8.000 Euro hatten sich die Verkäuferinnen vorgestellt. Was bei „Bares für Rares“ tatsächlich für das Erbstück bezahlt wird.
Manche Erbstücke kommen einzeln, manche als Paket. Eine Studentin aus Bonn und ihre Mutter aus Aachen bringen gleich drei Stücke zu „Bares für Rares“: einen Platinring, eine große Diamantbrosche und ein Armband. Alles aus einer Familie, die nicht mehr die ihre ist.
Diamant-Konvolut bei „Bares für Rares“ stammt aus mehreren Jahrzehnten
Die Stücke stammen aus dem Besitz früherer Schwiegereltern und wurden über Generationen weitergereicht. 2011 kamen sie aus dem Nachlass einer Verwandten an die heutige Besitzerin. Zusammen gehören die Stücke nicht. Der Ring ist aus Platin, gefertigt in den späten dreißiger Jahren, im Art-déco-Stil, besetzt mit zwei Brillanten von je etwa 0,2 Karat. Die Brosche passt stilistisch eher in die vierziger Jahre und trägt reichlich Diamanten.

Das Armband ist der interessanteste Fall. Sein Mittelteil war ursprünglich kein Armbandteil, sondern ein Ringkopf aus den dreißiger Jahren. Irgendwann hat jemand ihn abgenommen und in ein Weißgold-Armband aus der Zeit um 1950 eingesetzt. Wer das war und warum, weiß niemand mehr. Zusammen kommen alle drei Stücke auf sechs bis sieben Karat Diamantgewicht.
Verkäuferinnen bei „Bares für Rares“ liegen mit ihrer Erwartung daneben
Vorgestellt hatten sich die beiden 8.000 Euro. Die Expertise kam auf 6.500 bis 7.000 Euro Marktwert, das reine Edelmetall aus Platin und Gold ist rund 2.600 Euro wert. Enttäuscht waren sie darüber nicht. Die Händlerkarte nahmen sie mit. Im Händlerraum ging es bei 3.200 Euro los, also bei nicht einmal der Hälfte. Dann wurde es lebhaft, mehrere Händler legten in kurzen Abständen nach. Als die Verkäuferinnen die Spanne aus der Expertise nannten, kam noch einmal Bewegung rein.
Am Ende blieb es bei 5.700 Euro. Das sind 800 Euro unter der unteren Expertenschätzung und 2.300 Euro unter dem, was die beiden erhofft hatten. 2.000 Euro gab es bar, der Rest kommt per Überweisung.
Diamantring bei „Bares für Rares“ bringt mehr als erwartet
Es geht auch andersherum. Regina aus Hamburg brachte einen Ring mit, über den sie fast nichts wusste. Sie hatte ihn 1995 von einer Bekannten ihrer Eltern bekommen, mehr nicht. Ihr Wunschpreis lag bei 700 Euro. Das war zu wenig: Allein das Gold ist rund 650 Euro wert.
Expertin Heide Rezepa-Zabel fand den Grund für den höheren Wert in der Mitte des Rings. Was dort wie ein großer Diamant aussieht, sind in Wahrheit sieben kleine, zu einem Mosaik zusammengesetzt. Sie taxierte auf 1.000 bis 1.200 Euro. Anaisio Guedes zahlte am Ende 1.350 Euro. Reginas Erbstück brachte damit fast das Doppelte ihrer eigenen Vorstellung.
