„Bauer sucht Frau“-Friedrich thematisiert psychische Belastung

 



Es ist ein Thema, über das viel zu selten gesprochen wird – und genau das will er ändern.

„Bauer sucht Frau“-Landwirt Friedrich nutzt seine Reichweite, um auf psychische Belastungen und Suizide in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Aktueller Auslöser ist eine neue Studie mit erschreckenden Zahlen. Im Gespräch mit RTL erzählt Friedrich jetzt, warum ihm das Thema so wichtig ist – und dass auch er den Druck kennt, immer funktionieren zu müssen.

„Bauer sucht Frau”-Kandidat Friedrich suchte im TV die große Liebe

Der konkrete Anlass für Friedrichs Video ist eine Ende August veröffentlichte Studie über Suizide in der Landwirtschaft und anderen sogenannten grünen Berufen in Bayern. Zwischen 2017 und 2024 wurden dort 463 Suizide bei Menschen erfasst, die hauptberuflich in grünen Berufen tätig waren. Besonders auffällig: Bei Männern zwischen 18 und 59 Jahren lag die geschätzte Suizidrate 3,4-mal so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass die Berechnungen mit methodischen Unsicherheiten verbunden sind.

Für Friedrich ein Grund, nicht länger zu schweigen. „Die Zahlen haben mich wirklich erschüttert“, sagt er RTL. Für ihn gehe das Thema weit über die Landwirtschaft hinaus: „Psychische Belastungen sind kein Problem, das nur die Landwirtschaft betrifft.“ Mit seinem Video möchte er vor allem eines erreichen: „Dass wir offener über solche Themen sprechen und wieder mehr aufeinander achten. Denn hinter jeder Zahl steht ein Mensch und meistens auch eine Familie, deren Leben sich für immer verändert.“

Denn auch der „Bauer sucht Frau“-Star weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Arbeit scheinbar kein Ende nimmt. „Ja, natürlich kenne ich diesen Druck auch selbst“, erzählt Friedrich. Besonders während der Spargelsaison, bei der Aussaat oder der Getreideernte seien die Tage lang. „In der Landwirtschaft richten sich die Arbeitszeiten eben nicht nach einem Arbeitsvertrag oder einer festgelegten Wochenarbeitszeit, sondern nach dem Wetter und den betrieblichen Notwendigkeiten. Wenn die Arbeit gemacht werden muss, dann muss sie gemacht werden.“

Kommen zu dieser Belastung auch noch wirtschaftliche Sorgen, könne es für Landwirte besonders schwierig werden. Hohe Kosten und schlechte Erzeugerpreise könnten Betriebe an ihre Grenzen bringen. Gleichzeitig gehe es für viele um viel mehr als nur einen Job. „Die meisten Landwirte machen ihren Beruf aus Überzeugung. Sie wollen ihre Familien ernähren, ihre Betriebe erhalten und mit der Produktion von Lebensmitteln etwas Sinnvolles leisten. Aber genau diese Verantwortung kann irgendwann auch zu einer enormen Belastung werden.“

„Du bist nicht allein und du musst auch nicht alles allein schaffen.“

Ein zusätzliches Problem sieht Friedrich darin, dass gerade Männer ihre Sorgen häufig mit sich selbst ausmachen. „Man packt an, löst seine Probleme selbst und zeigt möglichst keine Schwäche“, beschreibt er ein Selbstverständnis, das seiner Erfahrung nach in der Landwirtschaft noch weit verbreitet sei. Dazu komme: Auf vielen Höfen werde allein oder hauptsächlich innerhalb der Familie gearbeitet. Menschen außerhalb der Landwirtschaft könnten die Sorgen oftmals nur schwer nachvollziehen.

Deshalb möchte Friedrich mit einem Gedanken aufräumen: „Ich glaube, wir müssen lernen, dass es keine Schwäche ist, über seine Sorgen zu sprechen oder sich Hilfe zu holen. Niemand muss immer stark sein und alles allein schaffen.“

Friedrich appelliert an seine Berufskollegen

Und was würde er einem Landwirt sagen, der gerade nicht mehr weiterweiß? „Du bist nicht allein und du musst auch nicht alles allein schaffen.“ Gerade bei Höfen, die seit Generationen in Familienbesitz sind, könne schnell das Gefühl entstehen, auf keinen Fall scheitern zu dürfen. Doch Friedrich macht deutlich: „Kein Betrieb, keine Ernte und keine wirtschaftliche Verpflichtung ist es wert, dass ein Mensch daran zugrunde geht.“

Sein Appell: sich jemandem anzuvertrauen – der Familie, Freunden, Berufskollegen oder professionellen Ansprechpartnern. „Wichtig ist, überhaupt den ersten Schritt zu machen.“ Und Friedrich sieht dabei nicht nur Betroffene selbst in der Verantwortung: „Ich wünsche mir, dass wir alle wieder mehr aufeinander achten, ehrlich nachfragen und auch wirklich zuhören, wenn es jemandem nicht gut geht. Denn niemand sollte mit seinen Sorgen allein bleiben müssen.“

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

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