„Nein, hör auf!“: Rentnerin aus Fulda begeistert Horst Lichter mit ihrem Hobby

 Frauke aus Fulda möchte bei „Bares für Rares“ eine Käseglocke aus dem 19. Jahrhundert verkaufen. Moderator Horst Lichter beeindruckt die Rentnerin allerdings eher mit ihrem besonderen Hobby.

Fulda/Köln – Die frühere Kinderkrankenschwester ist in Begleitung von Tochter Fiona ins „Bares für Rares“-Studio ins Pulheimer Walzwerk bei Köln gekommen. Im Gepäck haben die beiden aus Hessen eine gläserne Käseglocke, die um das Jahr 1850 in Böhmen gefertigt worden ist.

Fuldaerin bei „Bares für Rares“ begeistert Horst Lichter mit Hobby

Bevor Experte Colmar Schulte-Goltz jedoch in seine Expertise einsteigt, möchte Moderator Horst Lichter ein wenig Persönliches über seine beiden Gäste erfahren – und zeigt sich schwer beeindruckt, als Frauke ihm ihr Hobby verrät. Bis zu ihrem 70. Lebensjahr ist die Fuldaerin leidenschaftlich Harley Davidson gefahren, ein Hobby, das sie mit der gesamten Familie teilte.

Frauke aus Fulda (Zweite von rechts) und ihre Tochter Fiona wollen bei „Bares für Rares“ eine fast 200 Jahre alte Käseglocke verkaufen.
Frauke aus Fulda (Zweite von rechts) und ihre Tochter Fiona wollen bei „Bares für Rares“ eine fast 200 Jahre alte Käseglocke verkaufen. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

„Nein, hör auf!“, ruft Lichter verblüfft, der erst kürzlich mit einer radikalen Typ-Veränderung für reichlich Verwirrung im Sat1-Frühstücksfernsehen gesorgt hatte. „Aber man muss ja auch mal aufhören“, ergänzt Frauke dann. Mit 70 hat sie ihre Maschine deshalb verkauft.

Die Harley hat sie gegen ein Wohnmobil eingetauscht. Damit sei sie nun viel auf Reisen. Auch Tochter Fiona widmet sich mittlerweile lieber anderen Hobbys wie dem Skifahren oder Segeln. Dennoch, der Respekt Horst Lichters, selbst passionierter Motorradfahrer, ist ihnen sicher.

„Es hat mich sehr gefreut, euch kennenzulernen“, sagt er zum Abschied. „Schade, dass nur so wenig Zeit war.“ Und Frauke scherzt: „Sonst wären wir noch eine Runde Motorrad gefahren.“ Zwischen Begrüßung und Verabschiedung liegt allerdings Expertise von Colmar Schulte-Goltz. Deshalb haben Frauke und Fiona schließlich die Reise nach Köln angetreten.

Der Fachmann für antike Kunstgegenstände hat viel Lob für die Käseglocke, die Frauke von ihrer Mutter geerbt hat. „Das ist ein Stück Kulturgeschichte. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert.“ Es spreche in all seinem Glanz und seiner Form von den Leistungen, zu denen die Kunsthandwerker damals fähig gewesen seien.

Die Käseglocke besteht laut Schulte-Goltz aus Glas, das mit weißem Emaille überzogen worden ist. Anschließend sei dieses dann stellenweise wieder abgeschliffen worden, um ein Muster aus neugotischen Kirchenfenstern einzuarbeiten. Sehr wahrscheinlich sei das Stück um 1850 in Böhmen hergestellt worden, wo seit dem 13. Jahrhundert Glas hergestellt wird.

Zwar weise das Gefäß kleinere Schäden, vor allem am Knauf, auf. Insgesamt sei es aber „für 1850 noch in einem sehr annehmbaren Gesamtzustand“. Die 100 bis 150 Euro Wunschpreis von Frauke und Fiona überbietet er: 200 bis 260 Euro sollte das antike Stück wert sein. Sehen das aber auch die Händler so?

„Bares für Rares“-Händler uneinig, was unter die Glocke gehört

Immerhin sitzen mit David Suppes, Benjamin Leo Leo, Elke Velten, Christian Vechtel und Liza Kielon, die seit Juni 2025 zum Händlerteam gehört, eine ganze Reihe Händler in der Runde, die als Käufer für ein solches Stück in Frage kommen. Ob aber auch alle das gute Stück richtig einzuordnen wissen?

David Suppes fragt etwa: „Ist das für eine Mini-Torte?“ Woraufhin ein irritierter Christian Vechtel erwidert: „Das ist eine Käseglocke, Leute.“ Nachdem das nun klargestellt ist, beginnt er dann auch mit einem ersten Gebot von 80 Euro. Elke Velten erhöht aber gleich auf 150 Euro. „Ich finde das schön“, argumentiert sie.

Von der Expertise sei man „noch einen Schritt“ weg, gibt Frauke auf Nachfrage an. Also erhöht Liza Kielon auf 170 Euro, dann Elke Velten auf 180 Euro. Weiter will allerdings niemand gehen. Doch Frauke und Tochter Fiona geben noch nicht nach, geben nun 200 Euro als Wunschpreis an. Schließlich einigt man sich auf 190 Euro.

Immerhin noch mal zehn Euro mehr als ursprünglich geboten. Harley-Fan Frauke ist übrigens nicht die erste Osthessin, die bei „Bares für Rares“ zu Gast ist. Erst kürzlich war mit Marion und Rainer Graef ein Ehepaar aus Schlitz im Vogelsberg im Studio. Die beiden haben eine „Space Age“-Lampe aus den 1970ern verkauft.

Und bereits vor einiger Zeit hat Samuel Köhl aus Fulda ein Bronze-Reh im Pulheimer Walzwerk verkauft. Und auch Raritäten aus der Region finden gelegentlich den Weg zu „Bares für Rares“, wie etwa eine antike Bohrmaschine, hinter der eine tragische Geschichte steckte.

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