Manchmal endet die Expertise in einer Enttäuschung. Ganz so dramatisch wie Horst Lichter reagierte diese Kandidatin jedoch nicht.
Mit großen Hoffnungen und hohen Erwartungen reisen sie zumeist gen Pulheimer Walzwerk: Die Kandidatinnen und Kandidaten von „Bares für Rares“. Schließlich haben sie alle ein Ziel: Die legendäre Händlerkarte, die Moderator Horst Lichter seit 2013 all jenen geben darf, deren Wunschvorstellung mit der Expertise Hand in Hand geht.
Manchmal jedoch gehen Expertise und Erwartung jedoch nicht im Gleichschritt. Und dann steht „Bares für Rares“-Legende Horst Lichter vor einem gewichtigen Problem. Entweder vertraut sein Kandidat oder seine Kandidatin auf das Fachwissen des Experten, oder eben nicht. Wie verhielt sich das wohl bei Maureen Keimling aus Dinslaken.
Eine Dinslakenerin bei „Bares für Rares“
Die 38-jährige Stadthauptsekretärin hatte die Kette samt Anhänger als Erbstück von ihrer Mutter erhalten. Ein ganz besonderes Schmuckstück, hatte sie sie doch 1996 zusammen mit ihrem Vater für sagenhafte 12.500 Mark erstanden. Nachdem nun jedoch auch ihr Vater verstorben war, wollte sie es verkaufen.
Doch worum handelte es sich eigentlich konkret? Das wusste Wendela Horz zu erklären. Die Kette selbst, so Horz, sei zu vernachlässigen. Dabei würde es sich um Standardware handeln. Wichtig sei der Anhänger. „Der sticht zunächst einmal mit dem großen Aquamarin ins Auge“, so die Schmuck-Expertin. Zudem gebe es einen Tansanit und vier kleine Brillanten. Die Steine, so Horz, seien alle in einer „sehr schönen Qualität“.

Ein tolles Schmuckstück also. Doch würden die 4.800 Euro, die sich die Dinslakenerin in der Sendung wünschte, machbar sein? „Der Goldankaufswert liegt bei rund 1.200 Euro heute. Der Tansanit wiegt unter einem Karat, der fällt nicht derartig ins Gewicht, genau wie die Diamanten. Bei dem Aquamarin haben wir plus und minus. Es ist ein sehr ausgefallener Schliff, dafür ist aber auch die Form insgesamt mit der breiten Öse heute nicht so gut zu verkaufen“, erklärte Wendela Horz. Sodass sie auf einen Wert von „nur“ 2.600 bis 3.000 Euro komme.
Enttäuschende Expertise
Eine herbe Enttäuschung für Maureen Keimling. „Wenn du dem zustimmst, gehst du rüber, du hast fünf tolle Händlerinnen und Händler vor dir sitzen… oder du sagst ganz klar: ‚Horsti, also ehrlich, ich wollte 4.800 Euro haben. Das ist eine Unverschämtheit. Ich schneide dir den Schnäuzer ab, ich nehme das Ding und fahre nach Hause. Ich will euch nie wieder sehen.‘ Das kannst du auch machen“, scherzte Horst Lichter.
Die Dinslakenerin wählte einen Mittelweg: „Zwar nicht ganz so dramatisch, aber ich würde es tatsächlich dann wieder mit nach Hause nehmen.“ Und so behielt sie ihre Kette und Horst Lichter seinen Schnäuzer.
Dieser Artikel erschien zuerst unter Schmuck-Debakel bei „Bares für Rares“: Dinslakenerin verlässt direkt die Sendung auf DerWesten.de.