Eine tanzende Ballerina in einer Likör-Flasche findet ihren Weg zu „Bares für Rares“. Expertin Annika Raßbach enthüllt ein Geheimnis, das den Wert des Stücks unerwartet steigern könnte.
Köln – Es war ein Geschenk zum 50. Geburtstag, weiß Besitzer Wolfgang Pfeiffer über die ungewöhnliche Likör-Flasche zu berichten, die er gemeinsam mit Ehefrau Karin ins Pulheimer Walzwerk zu „Bares für Rares“ bringt. Mittlerweile ist der Bad Kreuznacher 73 Jahre alt und die Flasche steht seit Jahren unbeachtet im Schrank herum. Deshalb habe er sich entschieden, sich von ihr zu trennen.


Vintage-Fachfrau Annika Raßbach, die das „Bares für Rares“-Team seit einem knappen Jahr verstärkt, nimmt den edlen Tropfen genau unter die Lupe. Es handelt sich um eine Likör-Flasche mit dem Namen „Bols Ballerina“. Bei Bols handele es sich um eine der ältesten Likör-Manufakturen der Welt, berichtet die Expertin. Bei „Bols Ballerina“ wiederum um eine Sonderedition, die Anfang bis Mitte der 1950er Jahre hergestellt worden ist.

„Bares für Rares“-Expertin enthüllt lange verborgenes Geheimnis
In den Boden der Likör-Flasche ist eine Spieluhr mit einer Ballerina-Figur eingearbeitet, durch das Glas der Flasche sowie den transparenten Likör ist die Figur zu sehen. „Ich hatte hier mal eine Flasche mit Apricot-Likör, der hatte sich durch den Zuckergehalt so sehr verdunkelt, dass man die Figur überhaupt nicht mehr gesehen hat“, erinnert sich Annika Raßbach an eine frühere Expertise im „Bares für Rares“-Studio.
Das sei in diesem Fall ganz anders. Bei diesem Likör mit dem Namen „Gold“ handele es sich eher um einen Gewürzlikör, deshalb sei das Getränk kaum nachgedunkelt – ein Pluspunkt. Ein weiterer Punkt auf der Habenseite ist der Fakt, dass es sich um eine der ersten Flaschen aus der Sonderproduktion des französischen Herstellers handele, so Raßbach. Außerdem befinde sich auch nach gut 70 Jahren noch fast die gesamte Flüssigkeit in der Flasche, es gebe keine sichtbare Verdunstung. Lediglich ein Siegel aus Papier fehle – das hätte die Flasche zu einer echten Seltenheit gemacht.
Wolfgang und Karin Pfeiffer hören der Expertin gebannt zu – und dann packt diese noch ein kleines Geheimnis aus. Annika Raßbach stellt die Flasche auf den Kopf, schüttelt sie wie eine Schneekugel. Und plötzlich wirbeln zahllose winzige Partikel aus 22-karätigem Blattgold durch den alkoholischen Inhalt. „Habt ihr das gewusst?“, fragt Moderator Horst Lichter das Paar aus Rheinland-Pfalz mit großen Augen. Die beiden verneinen, von diesem – womöglich? – wertvollen Inhalt hatten sie keine Ahnung.
Denn der Goldpreis geht aktuell durch die Decke, wie etwa „Bares für Rares“-Händler David Suppes mit einigen humorvoll-eindrücklichen Instagram-Reels verdeutlicht. Doch gilt das auch für Blattgold in einer Flasche? Den Genuss steigert es jedenfalls in keiner Weise. „Es ist geschmacklos, es bringt uns nichts, es ist die pure Dekadenz“, beschreibt Annika Raßbach den goldigen Zusatz.
Expertise für „Gold“-Likör übertrifft Wunschpreis deutlich
Aber auch auf den Wert dieser außergewöhnlichen Likör-Flasche hat das Blattgold keine besonderen Auswirkungen – immerhin ergibt sich besagte Besonderheit zu einem Gutteil aus der Unversehrtheit des Gefäßes. Dennoch übertrifft die Expertise schließlich den Wunschpreis der Besitzer um das zwei- bis dreifache: 50 Euro wünschen sich Wolfgang und Karin Pfeiffer, 100 bis 150 Euro schätzt die Vintage-Expertin.

Und die Händler gehen da ziemlich genau mit, obwohl letztendlich nur der Düsseldorfer Markus Wildhagen und Friedrich Häusser aus Quedlinburg echtes Interesse an der Rarität zeigen. Bei 160 Euro von Wildhagen ist Schluss, doch Wolfgang Pfeifer schlägt durch gutes Verhandeln – „für den Tanz“ – noch einen Zehner mehr raus. 170 statt erhoffter 50 Euro nehmen die Bad Kreuznacher also letztlich mit nach Hause, und sind auch ohne „Gold-Aufschlag“ hochzufrieden.