Teenager aus Hessen findet Gemälde und verkauft es teuer bei „Bares für Rares“

Das ist mal wieder eine klassische „Bares für Rares“-Geschichte! Ein Schüler aus Frankfurt findet zufällig ein wertvolles Gemälde auf der Straße. In der ZDF-Sendung avanciert der Junge aus Hessen zu einem echten Glückspilz.

Köln – In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter vom 19. März bringt Jakob Bechold, ein Junge aus Frankfurt am Main, ein Gemälde von Hermann Dischler zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln. Das Bild hat der Neuntklässler bei einem Spaziergang auf der Straße gefunden.

Schüler Jakob Bechold ist mit seinem Vater Georg Freitag bei „Bares für Rares“.
Schüler Jakob Bechold ist mit seinem Vater Georg Freitag bei „Bares für Rares“. © ZDF

Unterdessen berichtete Horst Lichter kürzlich, dass er nun bei der Feuerwehr ist. Und dahinter steckt eine kuriose Geschichte. Denn der „Bares für Rares“-Moderator wollte bei Trockenheit Grünschnitt in seinem Garten verbrennen. Ein Nachbar hatte schließlich zum Glück eine bessere Idee.

Bares für Rares: Teenager aus Hessen findet wertvolles Gemälde

Doch zurück zu dem wertvollen Fund von Jakob Bechold, der mit seinem Vater Georg Freitag bei „Bares für Rares“ ist. Der Junge aus Hessen ist offenbar musikalisch (er spielt Schlagzeug und Posaune) und sportlich (er gibt Schwimmtraining). Und er ist sicher auch sehr pfiffig. Denn das über 100 Jahre alte, wertvolle Gemälde fand er auf der Straße.

Bei einem Spaziergang entdeckte er einen Mann bei einer Hausausräumung. Dieser stellte Bilder zum Verschenken auf die Straße. Darunter auch das von Hermann Dischler (1866-1935) gemalte Bild. „Es ist mir aufgefallen, weil ich es sehr schön finde“, berichtet der Teenager in der ZDF-Trödelsendung Moderator Horst Lichter.

Laut dem „Bares für Rares“-Experten Colmar Schulte-Goltz ist es „ein wunderbares Gemälde“. Das signierte und datierte Bild (Öl auf Leinwand) zeigt den Blick von der Windeck auf Hinterzarten im Schwarzwald. „Das Bild sieht zeitlos bis neuartig aus, es ist aber schon sehr alt“ sagt der Kunsthistoriker und Galerist. Hermann Dischler malte das Bild 1913.

Der Experte lobte den „sehr modernen Blick“ des Künstlers. Hermann Dischler nutzte Fotos als Kompositionsvorlagen, die er direkt auf die Leinwand projizierte, um sie dann farblich in eine bestimmte Stimmung zu versetzen. Seine bevorzugten Motive waren herbstliche Landschaften, Märzstimmungen und winterliche Schneebilder.

Der deutsche Maler studierte an der Großherzoglichen Kunstschule Karlsruhe und war Meisterschüler von Gustav Schönleber. Später lebte und arbeitete Hermann Dischler viel im Schwarzwald. 1907 errichtete der „Schneemoler“ in Hinterzarten ein „Künstlerhaus“, in dem er auch Kunstausstellungen veranstaltete.

Colmar Schulte-Goltz bescheinigte Hermann Dischler „große Qualität“. Die Übereinstimmung von Foto-Vorlage und malerischer Ausführung verleiht seinen Werken aus dem Schwarzwald heute einen unschätzbaren dokumentarischen Wert angesichts der sich verändernden Kulturlandschaft.

Christian Vechtel gefällt das Bild von Hermann Dischler sehr. Es zeigt den Windeck-Blick auf Hinterzarten.
Christian Vechtel gefällt das Bild von Hermann Dischler sehr. Es zeigt den Windeck-Blick auf Hinterzarten. © ZDF

Der „Bares für Rares“-Experte schätzt den Wert des Bildes auf 1700 bis 2000 Euro. Im Händlerraum, in dem Elisabeth Nüdling aus Fulda und Sarah Schreiber, die kürzlich nach einer langen Babypause zurückkehrte, dieses Mal nicht dabei sind, zeigen sich die erstaunt angesichts der Fund-Geschichte des Gemäldes

„Jetzt hört doch mal auf! Jetzt ehrlich? Was bist du denn für ein Glückspilz! Das ist ja irre. Wahnsinn!“, sagt Christian Vechtel. Ihm gefällt das Bild. „Ich finde die Tiefe toll!“ Nach einem Bieter-Hin-und Her zwischen Christian Vechtel und Julian Schmitz-Avila liegt das Höchstgebot bei 700 Euro. Als Julian Schmitz-Avila die Expertenschätzung hört, macht er einen Sprung auf 1000 Euro.

Dann springt Christian Vechtel nochmals. 1400 Euro, um sich von Teenager Jakob („Geht da noch mehr?“) auf 1500 Euro hochhandeln zu lassen. Zuschlag für den Fund von der Straße. „Sehr gut verhandelt!“, lobt Händlerin Liza Kielon, die seit Juni 2025 bei „Bares für Rares“ dabei ist, den jugendlichen Verkäufer. „Schöner Spaziergang“, meint Christian Vechtel zu dem Jungen. Und Julian Schmitz-Avila sagt: „Ich habe noch nie etwas für 1500 Euro am Straßenrand gefunden.“

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