Seit Jahren gehört „Bares für Rares“ zu den erfolgreichsten Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Moderator Horst Lichter empfängt regelmäßig Menschen, die kuriose, rätselhafte und manchmal überraschende Gegenstände mitbringen. In der Folge vom Montag (23. März), sorgt ein Wandbild für den großen Moment der Sendung. Ein Ehepaar aus Niedersachsen hatte das Stück einst auf einem Flohmarkt entdeckt […]
Seit Jahren gehört „Bares für Rares“ zu den erfolgreichsten Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Moderator Horst Lichter empfängt regelmäßig Menschen, die kuriose, rätselhafte und manchmal überraschende Gegenstände mitbringen.
In der Folge vom Montag (23. März), sorgt ein Wandbild für den großen Moment der Sendung. Ein Ehepaar aus Niedersachsen hatte das Stück einst auf einem Flohmarkt entdeckt – und ahnte damals nicht, was dahintersteckt.
„Bares für Rares“ Flohmarkt-Fund entpuppt sich als Schatz
Heike Wolff und Joachim Herold aus Bückeburg bringen ein ungewöhnliches Wandbild mit in die Sendung. Das Paar hatte das Stück vor rund 20 Jahren auf einem Flohmarkt entdeckt. Zunächst vermuteten sie, dass es sich um ein Mandala handeln könnte. Doch die Expertin klärt das Missverständnis auf. Dr. Friederike Werner ordnet das Objekt als sogenanntes Thangka ein – ein buddhistisches Rollbild aus Nepal.
Solche Werke hängten in Klöstern, wurden auf Reisen mitgeführt oder in privaten Räumen aufgehängt. Für die Expertin geht die Bedeutung weit über reine Dekoration hinaus. Laut Werner handelt es sich um ein „geweihtes Bild, dem im religiösen Verständnis eine spirituelle Präsenz innewohnt“.
Im Zentrum der Darstellung befindet sich einer der fünf Buddhas des tantrischen Buddhismus in Umarmung mit seiner Gefährtin. Die inhaltliche Botschaft beschreibt Dr. Werner als „Idee von Harmonie, Gleichheit und der Aufhebung von Gegensätzen“. Stilistisch datiert die Expertin das Stück in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Details belegen Echtheit
Auf der Rückseite des Thangkas finden sich sogenannte Keimsilben wie „Om“, „Ah“ und „Hum“. Diese weisen laut Expertise auf eine Weihe hin. Außerdem ist eine pseudo-tibetische Inschrift zu sehen, wie sie bei nepalesischen Thangkas als Stilmittel vorkam. Genau diese Details machen für Dr. Werner deutlich, dass es sich um ein qualitätvolles und authentisches Stück handelt. Von Touristenware ist das Bild weit entfernt.
Joachim Herold hatte ursprünglich nur rund 200 Euro als Wunschpreis im Kopf. Umso größer war die Freude, als die Expertise bei 1.200 bis 1.500 Euro landete. Im Händlerraum entwickelte sich aus einem kleinen ersten Angebot ein ernsthaftes Bietergefecht. Am Ende nahm Joachim das Angebot von Händlerin Sarah Schreiber von 1.000 Euro an.
Dieser Artikel erschien zuerst unter „Bares für Rares“: Flohmarkt-Fund entpuppt sich als historischer Schatz auf DerWesten.de.