Anja und Tina bringen bei „Bares für Rares“ eine Bronzefigur aus dem Familiennachlass – und erleben im Händlerraum ein solides Ergebnis.
Manchmal bringen Verkäufer bei „Bares für Rares“ nicht nur ein Objekt mit, sondern ein Stück Familiengeschichte. Anja und Tina aus Bonn haben beides im Gepäck.
Expertin bei „Bares für Rares“ bringt Licht ins Dunkel
Das Kunstwerk stammt aus dem Nachlass von Anjas verstorbener Mutter, die ein Faible für Antiquitäten hatte. Mitgebracht haben die beiden eine knapp 1,22 Meter hohe Bronzefigur des Bildhauers Victor Seifert – „Die Trinkende“, gegossen zwischen 1900 und 1910 in der renommierten Berliner Gießerei Gladenbeck. Die Figur zeigt einen weiblichen Akt und symbolisiert die Verbindung von Weiblichkeit und Wasser.

Kunstexpertin Dr. Bianca Berding ordnete das Stück ein: „‚Die Trinkende‘ war ein Verkaufsschlager ihrer Zeit und zeigt den Wandel zur jungen Moderne.“ Die Patina sei wunderschön, lediglich am Natursteinsockel gebe es kleine Gebrauchsspuren. Ihr Schätzwert: 1.900 bis 2.200 Euro – realistisch angesichts des Alters und der leichten Beschädigungen.
„Für uns zählt vor allem der Spaß“
Im Händlerraum entwickelte sich eine lebhafte Bietrunde. Die Gebote stiegen bis auf 1.600 Euro – und Wolfgang Pauritsch bekam den Zuschlag. Der Wunschpreis von 2.500 Euro wurde damit nicht ganz erreicht. Anja und Tina nahmen das gelassen. „Für uns zählt vor allem der Spaß am Verkauf, und wir sind glücklich, dass die Figur in gute Hände kommt“, sagten sie erleichtert.
Während Wolfgang Pauritsch mit „Die Trinkende“ ein echtes Kunstwerk nach Hause trägt, erlebten Chiara und Joachim aus Kassel einen deutlich nüchterneren Abend. Sie brachten einen prunkvollen Schild mit – das historische Vorbild stammt aus dem 16. Jahrhundert und hängt im Louvre. Die Ernüchterung folgte schnell: Es handelt sich um eine Nacharbeit aus dem Jahr 1880, geschätzt auf 150 bis 200 Euro. Im Händlerraum gab es genau ein Gebot – Walter Lehnertz bot 80 Euro. Die Verkäufer nahmen es an.
Bei diesen beiden lief es bei „Bares für Rares“ besser
Besser lief es in einer anderen Folge für Stella und Thilo, die ein Dior-Schmuckset aus den 1960er-Jahren mitbrachten. Expertin Wendela Horz identifizierte es als Modeschmuck von Christian Dior, gefertigt bei Henkel & Grosse – inklusive Originalschatulle. Schätzwert: 300 Euro.
Im Händlerraum stiegen die Gebote zügig, Markus Wildhagen sicherte sich das Set für 420 Euro – deutlich über Wunschpreis und Schätzung. Bei „Bares für Rares“ entscheidet eben nicht immer die Geschichte, sondern der Markt.