Bundesrat beschließt Erhöhung: Ab Juli kriegen Rentner bis zu 152,17 Euro mehr im Monat

Der Bundesrat hat heute wie geplant der Rentenerhöhung zugestimmt. Damit gibt es ab 1. Juli für Rentner 4,24 Prozent mehr Geld. Wir zeigen, was das für Sie ausmacht und wer jetzt Steuern zahlen muss.
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Der Bundesrat hat heute der Rentenerhöhung zugestimmt, die das Bundeskabinett bereits Ende April beschlossen hatte. Damit steigt der Wert eines Rentenpunkts zum 1. Juli von 40,79 auf 42,52 Euro. Das sind rund 4,2 Prozent mehr. Die Alterssicherung für Landwirte steigt auf 19,63 Euro je Rentenpunkt. Die Mindest- und Höchstbeträge des Pflegegeld der gesetzlichen Unfallversicherung gehen auf 482 beziehungsweise 1916 Euro pro Monat nach oben.

So viel mehr bekommen Rentner jetzt

Um Ihre eigene Bruttorente zu berechnen, müssen Sie den neuen Rentenwert einfach mit der Anzahl der von Ihnen erworbenen Rentenpunkte multiplizieren. Das sind schlicht 4,24 Prozent mehr als im Juni.

  • Bei 1000 Euro Rente sind es also 42,40 Euro extra pro Monat.
  • Bei 1500 Euro Rente gibt es 63,60 Euro mehr.
  • Bei 2000 Euro im Monat sind es 84,80 Euro mehr.

Da die rechnerische Höchstgrenze für eine gesetzliche Rente nach 45 Arbeitsjahren an der Beitragsbemessungsgrenze bei 3589 Euro im Monat liegt, beträgt die maximale Ausbeute 152,17 Euro extra. Die neue Obergrenze sind demnach 3741,17 Euro.

Diese Rentner rutschen jetzt in die Steuerfalle

In den beiden Vorjahren führten Renten- und Freibetragserhöhungen zu rund 100.000 neu steuerzahlenden Rentnern pro Jahr. Das wären etwa 0,5 Prozent aller Rentner. Der Punkt, ab dem es für Sie passieren könnte, liegt bei rund 1500 Euro Bruttorente pro Monat.

Da der Rentenfreibetrag für Neu-Rentner jedes Jahr sinkt, müssten Bestandsrentner allerdings noch höhere Zahlungen bekommen, um Steuern zahlen zu müssen. Das limitiert auch die Zahl derer, die wegen der Rentenerhöhung jetzt plötzlich zur Kasse gebeten werden. Wie viele es dieses Jahr genau sind, lässt sich noch nicht sagen. Da sich gleichzeitig auch der Grundfreibetrag dieses Jahr von 12.096 auf 12.348 Euro erhöht hat, fallen auch einige Rentner aus den Steuerzahlungen heraus.

So viel Steuern müssen Sie zahlen

Die genannten Renten sind Bruttobeträge. Das bedeutet, dass Sie darauf Steuern und manche Sozialabgaben zahlen müssen. Die Höhe ist komplex zu ermitteln. Zunächst gibt es einen Rentenfreibetrag, der steuerfrei bleibt. Er hängt von dem Jahr ab, an dem Sie in den Ruhestand gehen. Für Neu-Rentner in diesem Jahr liegt er zum Beispiel bei 16 Prozent der ersten Bruttorente.

Ein Beispiel: Ein Rentner bekommen1500 Euro monatliche Rente, also 18.000 Euro im Jahr. Sein Steuerrabatt liegt bei 16 Prozent, also 2880 Euro. Von den restlichen 15.120 Euro werden der Grundfreibetrag von 12.348 Euro, die Werbungskostenpauschale von 102 Euro, der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro und die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Letztere liegen dieses Jahr bei durchschnittlich 12,5 Prozent. Insgesamt wären dann noch 384 Euro steuerpflichtig für unseren Beispielrentner. Darauf würden 55 Euro Steuern fällig.

Ab diesem Datum bekommen Sie tatsächlich mehr Rente

Zwar gilt der höhere Rentenwert ab dem 1. Juli, doch die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen zu anderen Terminen. Wer bis einschließlich März 2004 in Rente gegangen ist, erhält seine Rentenzahlungen vorschüssig. Die Juli-Rente wird dann schon am 30. Juni ausgezahlt. Das ist ein Dienstag. Wäre es zum Beispiel ein Wochenendtag, würde die Rentenversicherung die Zahlung entsprechend vorziehen. Alle Rentner, die erst ab April 2004 in Rente gegangen sind, erhalten ihre Renten nachschüssig. Für sie überweist die Rentenversicherung die erste, höhere Rente am 31. Juli.

So wird der Rentenwert berechnet

Der Wert eines Rentenpunkts wurde bis 2023 mit einer speziellen Formel berechnet. Darin flossen etwa die Entwicklung der Löhne und das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern ein. Zwar gilt die Formel immer noch, mittlerweile ist aber die Haltelinie wichtiger. Demnach darf eine Standardrente nicht weniger als 48 Prozent des durchschnittlichen Entgelts betragen. Beide Begriffe bedürfen einer genauen Definition. Die Standardrente ist die Rente, die ein Rentner mit 45 Rentenpunkten erhält, der 45 Jahre lang immer exakt zum Durchschnittslohn aller Versicherten gearbeitet hätte. Sie liegt ab Juli bei 1913,40 Euro pro Monat. Das durchschnittliche Entgelt ist das durchschnittliche verfügbare Einkommen eines Versicherten nach Abzug von Sozialabgaben, aber vor Abzug der Einkommensteuer.

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