Hündin Lucy blieb zurück, als ihr Halter starb – das passiert in solchen Fällen

Nach dem Tod ihres Herrchens blieb die 14-jährige Havaneser-Dame Lucy zurück. Jetzt muss dringend ein Tumor am Gesäuge operiert werden.

Neukirchen – Was passiert mit meinem Haustier, wenn mir etwas zustößt? Dabei handelt es sich um eine Frage, der viele Besitzerinnen und Besitzer zunächst aus dem Weg gehen.

Dabei ist es besonders wichtig, sich zu Lebzeiten damit auseinanderzusetzen, wie Martina Süß vom Tierschutzverein Neukirchen und Umgebung klar macht.

Vorsorge sollte in keinem Alter vernachlässigt werden

„Egal, wie alt oder jung man ist, man sollte den Ernstfall vorbereiten und die Versorgung des Tieres sicherstellen“, verdeutlicht die Zweite Vorsitzende.

Bei der Vorsorge sollte man sich Gedanken darüber machen, wer sich in einem Krankheits- oder Todesfall, um das Tier kümmern kann. „Man sollte das auch mit seiner Familie besprechen oder mit den örtlichen Tierheimen und Tierschutzvereinen.

Dort kann zum Beispiel ein Vermerk in den Unterlagen gemacht werden“, rät Süß. Sie kennt solche Fälle, bei denen zunächst nicht klar war, wer sich um das Haustier kümmert. „Die Tiere bleiben immer auf der Strecke, egal ob Hund oder Katze“, weiß sie aus Erfahrung.

Hündin Lucy wurde in einem schlechten Zustand gefunden, nachdem ihr Besitzer gestorben war. Der Tierschutzverein Neukirchen hat sie aufgenommen. Das Bild zeigt sie nach einem Frisörbesuch.
Das Bild zeigt Hündin Lucy nach viel Pflege und einem Frisörbesuch. Doch nun muss noch eine OP folgen. © Tierschutzverein Neukirchen

Hündin Lucy blieb plötzlich alleine zurück

Wie wichtig diese vorsorgliche Arbeit ist, zeigt aktuell der Fall Lucy. Ein trauriger Notfall beschäftigt derzeit den Tierschutzverein Neukirchen: Die 14-jährige Hündin Lucy verlor kürzlich ihr Herrchen und blieb plötzlich alleine zurück.

Ein Hilferuf erreichte den Verein über den Pflegedienst, der sich des Tieres kurzerhand angenommen hatte, nachdem der Patient und Hundebesitzer verstorben war.

Mehrere umliegende Tierschutzvereine mussten eine Aufnahme des Hundes ablehnen, dem Tierschutzverein Neukirchen gelang es, kurzfristig eine Pflegestelle für Lucy zu organisieren.

Die Hundedame wurde schon länger vernachlässigt

„Lucy war in keinem schönen Zustand. Ihr Geschirr war schon mehr oder weniger mit dem Fell verwachsen“, berichtet Martina Süß über die Havaneser-Dame.

Sie regt an, dass Pflegedienste ein Auge auf die Tiere haben sollten, sodass Tiere womöglich frühzeitig abgegeben werden, wenn eine Versorgung nicht mehr leistbar ist. „Lucy war bereits eine Woche lang alleine in der Wohnung, bevor der Pflegedienst sie fand. Dieser reagierte schnell und hat uns direkt kontaktiert“, erzählt sie weiter.

Die kleine Hundeoma befand sich in einem stark vernachlässigten Pflegezustand. Mit viel Geduld und Herz kümmerte sich zunächst die Inhaberin eines Schwälmer Hundesalons um das Baden und die Fellpflege der Hündin. Schon dort zeigte sich: Lucy ist trotz ihres Alters eine freundliche, liebevolle und lebensfrohe Hundedame.

Bei einem tierärztlichen Check-up folgte jedoch eine traurige Diagnose: Neben einer notwendigen Zahnbehandlung wurde ein Tumor am Gesäuge festgestellt, der operativ entfernt werden muss.

Der Tierschutzverein Neukirchen bittet deshalb um Spenden zur Deckung der Tierarztkosten. „Blutuntersuchung, Röntgen, OP – all das sind hohe Kosten, die der Verein nun tragen muss“, erklärt Süß die finanzielle Situation. Die Operation soll am heutigen Montag (22. Juni) stattfinden.

Lucy wartet nach wie vor auf ein liebevolles Zuhause. Aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustandes sei sie schwer zu vermitteln, bisher gab es nur eine Anfrage. „Sie ist ein ganz liebes und herzliches Wesen. Wir hoffen, dass ihr noch ein bisschen Zeit bleibt, wenn sie alles gut überstanden hat“, sagt die Zweite Vorsitzende.

Interessenten können sich an den Verein wenden, E-Mail: tierschutzverein-neukirchen@gmx.de

Leave a Comment