Angelika bringt ein prachtvolles Erbstück ihrer Großmutter zu „Bares für Rares“. Was den Händlern das goldene Rosen-Ensemble wirklich wert ist.
So beginnt der Sendungstag bei „Bares für Rares“ nicht alle Tage: Direkt zum Auftakt sorgt ein glitzerndes Schmuck-Ensemble aus dem Familiennachlass für staunende Gesichter im Studio. Verkäuferin Angelika bringt eine goldene Rosen-Garnitur ihrer Großmutter zu Horst Lichter – und trifft mit dem Erbstück den Nerv der Händler.
„Bares für Rares“: Die Wiener Rosen mit besonderer Geschichte
Das Ensemble aus kunstvoll gearbeiteten Rosen aus 585er-Rotgold begeistert nicht nur Horst Lichter, sondern auch Expertin Dr. Heide Rezepa Zabel. Der Weg der Schmuckstücke führt nach Wien: Dort lebten Angelikas Großeltern und dort entstand auch die Garnitur. Der Pferdekopf mit dem W des Wiener Punzieramts, der Feingehalt 585 sowie die Herstellerkennung WG belegen die Herkunft eindeutig.

Besonders raffiniert ist laut Rezepa Zabel die Verarbeitung. Geformte und getriebene Blätter treffen auf geätzte und polierte Oberflächen, die wie kleine Tautropfen auf den Blüten schimmern. Selbst die gezahnten Rosenblätter wurden mit feinen Rollpunzen veredelt. Die Rose trägt dabei mehr als nur dekorativen Wert. Schon im 16. und 17. Jahrhundert schmückten kunstvoll gefertigte Rosen aus Zucker festliche Tafeln, später fand das Motiv seinen Weg auf Porzellan und schließlich in die Schmuckkunst. Nach der berühmten Meißener Rose entwickelte sich die Wiener Rose zum Symbol österreichischer Handwerkskunst.
Susanne Steiger schnappt sich das goldene „Rosenbeet“
Das präsentierte Schmuckensemble entstand zwar erst in den 1950er-Jahren, präsentiert sich aber in bemerkenswert gutem Zustand. Auch im Wert blühen die goldenen Rosen auf: Angelika hofft auf 4.000 Euro, allein der Materialwert liegt bereits bei 3.900 Euro. Die Expertin taxiert den Gesamtwert auf 4.200 bis 4.400 Euro – die Händlerkarte hat Angelika damit sicher in der Tasche.
Im Händlerraum entwickelt sich anschließend ein spannendes Wettbieten um das Konvolut. Nach mehreren Geboten erreicht der Preis bei 4.300 Euro seinen Höhepunkt. Am Ende erhält Juwelierin Susanne Steiger den Zuschlag – und nimmt quasi ein ganzes Rosenbeet aus Gold mit nach Hause. Angelika verlässt das Studio ihrerseits mit einem hübschen Sümmchen in der Tasche. Vielleicht fließt der Erlös in eine schöne Reise, vielleicht profitieren auch ihre Söhne vom Verkauf.
Ähnliches Glück hatten zwei Schwestern die ein Compotier angeboten haben. Sie konnten ihren Wunschpreis fast verdreifachen.
Auch bei diesen Broschen war der Wunschpreis viel zu tief angesetzt
Angelikas goldene Rosen sind längst nicht der einzige „Bares für Rares“-Moment, der zuletzt für staunende Gesichter sorgte. Erst vor wenigen Tagen brachte Verkäuferin Ellen zwei historische Stabbroschen aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes zu Horst Lichter. Die Schmuckstücke stammen aus einer echten Adels-Provenienz: Sie gehörten einst einer Kammerdame am Hof von Herzogin Maria von Württemberg. Die Herkunft ist lückenlos dokumentiert.
Ellens Wunschpreis lag bei überschaubaren 350 Euro, Expertin Wendela Horz taxierte die Broschen jedoch auf 1.200 bis 1.500 Euro. Im Händlerraum entwickelte sich ein spannendes Bietergefecht, bis schließlich 3.600 Euro auf dem Tisch lagen – mehr als das Zehnfache des ursprünglichen Wunschpreises. Der Käufer schwärmte anschließend sogar, es seien die schönsten Broschen, die er jemals bei „Bares für Rares“ gekauft habe.
