Kampf um Trophäe des Kaisers: Minimal-Gebote treiben „Bares für Rares“-Händler zur Weißglut

Manche Verhandlungen gehen an die Nerven, das wissen auch die Händler bei „Bares für Rares“. Anaisio Guedes und Jan Čížek erinnern sich an ein Bietergefecht, das beide ordentlich ins Schwitzen brachte.

Köln – Als in der aktuellen Folge des „Bares für Rares“-Ableger „Lieblingsstücke“ ein antiker, opulent verzierter Pokal aus Silber eingeblendet wird, wissen sowohl Jan Čížek als auch Anaisio Guedes sofort, um welche Episode es sich handelt. Denn damals sind die beiden im Händlerraum der ZDF-Trödelshow zu erbitterten Gegnern geworden.

Die „Bares für Rares“-Händler Jan Čížek (links) und Anaisio Guedes erinnern sich an ein erbittertes Bieter-Duell um eine kaiserliche Jagdtrophäe.
Die „Bares für Rares“-Händler Jan Čížek (links) und Anaisio Guedes erinnern sich an ein erbittertes Bieter-Duell um eine kaiserliche Jagdtrophäe. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

„Ich mag dich wirklich, aber damals bist du mir auf die Nerven gegangen“, kommentiert der Tscheche Čížek das hartnäckige Gegenhalten seines brasilianischen Kollegen. „Du mir doch genauso“, antwortet Guedes amüsiert. In den „Lieblingsstücken“, die immer sonntags im Wechsel mit den „Händlerstücken“ im ZDF ausgestrahlt werden, kommentieren Händler oder Experten im „Bares für Rares“-Studio vergangene Episoden, erinnern sich an besondere Stücke oder Verhandlungen. So regte sich einst Händler Julian Schmitz-Avila darüber auf, wie gedankenlos ein Vorbesitzer einen 40.000-Euro-Schreibtisch verschandelt hat.

Minimal-Gebote treiben „Bares für Rares“-Händler zur Weißglut

In diesem Fall ist das Objekt der Begierde eine Jagdtrophäe aus dem Jahr 1901. Damals hatte der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. den Pokal für besondere Leistungen bei einer Jagd verliehen. Laut Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding handelt es sich um ein absolutes Unikat.

Das erkennen auch Jan Čížek und Anaisio Guedes, der das „Bares für Rares“-Team seit 2024 verstärkt, sofort. „Wir sind alle sprachlos“, begrüßt Čížek entsprechend auch Verkäufer Damien Koke, in dessen Familie die Trophäe über Generationen vererbt wurde.

 

 

„Für so was findest du immer einen Käufer“, schwärmt der Brasilianer Guedes. „Die Royal-Fans sind immer da.“ Das wissen aber auch die anderen Händler bei „Bares für Rares“. Unikate kommen in der ZDF-Show immer gut an, eine persönliche Trophäe des letzten deutschen Kaisers umso mehr. Entsprechend entbrennt ein hartnäckiges Bietergefecht, an dem sich die gesamte Fünferrunde beteiligt.

Die 3000 Euro Wunschpreis von Damien Koke sind schnell erreicht, und bald ist auch die Expertise von 4200 bis 4500 Euro geknackt. Jan Čížek bietet die magischen 4500 Euro. „Ich riskiere es einfach, wir leben nur einmal“, sagt er. Sicher scheint er sich aber nicht zu sein, dass er den Deal auch macht. Er kommt sichbar ins Schwitzen – und Nervosität merkt man den „Bares für Rares“-Händlern üblicherweise eigentlich nicht an.

Bieterduell bringt „Bares für Rares“-Händler ins Schwitzen

Doch Anaisio Guedes, der übrigens auch diesmal seine zum Markenzeichen gewordene Brosche trägt, die ihm einst Lisa Nüdling ans Revers steckte, lässt nicht locker. In 50-Euro-Schritten, dann in 10-Euro-Schritten überbieten die beiden sich immer weiter – ein nervenzehrendes Schneckenrennen. Und auch Verkäufer Damien Koke verliert langsam die Ruhe, mit so einem Bieterduell hatte er nicht gerechnet. „Oh, wow“, kommentiert er die Situation, als sich der Preis langsam in Richtung 5000 Euro bewegt.

Bei 5100 Euro findet das Gefecht ein Ende: Der Hamburger Guedes gibt schweren Herzens auf. Und Jan Čížek macht den Deal, mit einem Stoßseufzer der Erleichterung. Ein solches Duell erlebt auch ein „Bares für Rares“-Händler nicht alle Tage.

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