Ein Collier übersteht 1945 die Flucht aus Niederschlesien. Bei „Bares für Rares“ nimmt seine Geschichte eine überraschende Wendung.
Es ist ein Stück Familiengeschichte, das den Krieg überstanden hat: Bei „Bares für Rares“ präsentiert ein Geschwisterpaar ein historisches Collier aus Niederschlesien. Im März 1945 nahm ein Familienmitglied das Schmuckstück auf der Flucht mit. Über Generationen wurde es in einer Familie aus Reichenbach im Eulengebirge aufbewahrt.
Das Collier gehörte zur niederschlesischen Tracht
Das Collier stammt aus der niederschlesischen Tracht und wurde eng am Hals getragen. Der Experte beschreibt es als seltenen Brautschmuck. Solche Stücke gehörten wohlhabenden Bäuerinnen, Bräuten und verheirateten Frauen und konnten Teil der Mitgift sein.

Foto: Screenshot ZDF
Gefertigt ist das Collier aus 22-karätigem Gold, verziert mit gewölbten Goldgliedern samt Perlrand und einem reich gestalteten Mittelteil mit Medaillon sowie Blatt-, Blüten- und Dreiblattmotiven. Stilistisch ordnet der Experte es dem Übergang vom späten 18. zum frühen 19. Jahrhundert zu. Trotz kleiner Fehlstellen, Brüche und einer reparierten Stelle ist es weitgehend erhalten.
Bei „Bares für Rares“ steigen die Gebote deutlich
Bei „Bares für Rares“ setzen die Geschwister ihren Wunschpreis auf 1.950 Euro an. Allein der reine Gold-Ankaufswert liegt jedoch schon bei rund 2.000 Euro. Wegen der Seltenheit und der kulturhistorischen Bedeutung schätzt der Experte das Collier auf 4.000 bis 6.000 Euro.
Im Händlerraum startet die Verhandlung bei 2.500 Euro. Über mehrere Runden klettern die Gebote auf 3.750 Euro, ehe 4.000 Euro als Höchstgebot fallen. Die Geschwister schlagen ein und bekommen das Geld bar auf die Hand.
Auch bei einem Paar aus Bad Griesbach lief es zuletzt richtig gut. Ihr prunkvolles Erbstück-Collier mit 131-Karat-Citrin wechselte bei „Bares für Rares“ für satte 8.000 Euro den Besitzer.
Bei „Bares für Rares“ geht es auch anders aus
Dass Verkäufer ihren Wunschpreis unterschätzen, kommt bei „Bares für Rares“ häufiger vor. Das Ehepaar Jan und Birgit aus Wertheim am Main brachte zuletzt eine Brosche und ein Armband aus 585er-Gold mit, datiert von Expertin Wendela Horz auf die Zeit um 1850. Ihre Preisvorstellung lag bei 600 bis 800 Euro, am Ende zahlte Händlerin Elke Velten-Tönnies 3.000 Euro.
Es geht aber auch umgekehrt. Seniorin Brigitte aus Wuppertal brachte einen über 100 Jahre alten Spieluhr-Christbaumständer ins Studio. „Das ist das beste Stück, das wir hatten“, sagte sie Horst Lichter noch vor der Expertise. Im Händlerraum war dann kein Händler bereit, mehr als 150 Euro zu zahlen. Ihren Wunschpreis von 800 Euro hielten Waldi und seine Kollegen für „völlig utopisch“. Brigitte nahm es mit Humor und rief den Händlern zum Abschied zu: „War schön bei Ihnen!“
