Der Armreif hat eine Flucht überstanden. Was die Expertin über seinen Wert sagt, überrascht die Besitzer.
Es ist eine Geschichte, die weit über den Materialwert hinausgeht: Ingrid und ihr Sohn Ralf bringen einen filigranen Armreif zu „Bares für Rares“. Das Schmuckstück aus dem späten 19. Jahrhundert soll einst von einer Bekannten der Familie auf der Flucht aus Schlesien in den Westen gebracht worden sein – versteckt in einem Schuhabsatz.
Ein Opal steht im Mittelpunkt des Armreifs
Gefertigt ist der hohl gearbeitete Vierkantreif aus 585er Roségold und aufwendig verziert. In der Mitte sitzt ein hochgeschliffener Opal-Cabochon mit intensivem Farbspiel, umgeben von Saatperlen und weiteren Perlen, die sich über geschwungene S-förmige Bögen ziehen. Kleine facettierte Glassteine setzen zusätzliche Akzente.

Foto: Screenshot ZDF
Ganz makellos ist das Stück allerdings nicht. Eine Krappe fehlt, eine Perle wurde durch eine Kunstperle ersetzt, eine weitere hat ihren Lüster verloren. Die Herstellerpunzen auf der Rückseite deuten auf eine Fertigung im Umfeld von Pforzheim und Berlin hin. Expertin Heide Rezepa-Zabel datiert den Armreif auf die Zeit zwischen etwa 1880 und 1900.
Bei „Bares für Rares“ liegt der Wunschpreis zu niedrig
Bei „Bares für Rares“ hatten sich Ingrid und Ralf 500 bis 600 Euro erhofft. Allein der Goldankaufswert liegt laut der 60-Jährigen jedoch schon bei rund 570 Euro. Wegen des hochwertigen Opals, der Natur-Saatperlen und der aufwendigen Gestaltung fällt ihre Einschätzung deutlich höher aus: 900 bis 1.100 Euro.
Auch die Händler zeigen sich angetan. Sie loben den guten Zustand und betonen, dass dem Armreif anzusehen sei, wie sorgfältig er über die Jahre gepflegt wurde. Am Ende schlägt Elke Velten-Tönnies zu und zahlt 750 Euro.
Die Expertenschätzung wird damit zwar nicht erreicht. Ihren ursprünglichen Wunschpreis übertreffen Mutter und Sohn aber deutlich – und zeigen sich mit dem Verkauf zufrieden.
Auch bei einem Paar aus Bad Griesbach lief es zuletzt richtig gut. Ihr prunkvolles Erbstück-Collier mit 131-Karat-Citrin wechselte bei „Bares für Rares“ für satte 8.000 Euro den Besitzer.
Händler Walter Lehnertz warnt vor Betrügern
Abseits der Sendung sorgt derzeit ein anderes Thema für Aufsehen im Händlerteam. Walter Lehnertz wirft Unbekannten vor, im Namen der Show aufzutreten, um Menschen abzuzocken. „Jetzt ist wieder so ein Spacko unterwegs, der in unserem Namen auf Ebay-Kleinanzeigen vorgibt, mein Vorkäufer zu sein“, sagt er in einem Video auf Instagram. Seine Ankündigung: „Wir werden rechtliche Schritte einleiten.“
Auch Expertin Annika Raßbach hatte bereits Ende Juli gewarnt. „Aktuell sind uns einige Betrugsmaschen aufgefallen, bei denen Personen im Namen von unserer Sendung agieren“, schrieb sie. Klar ist: Experten und Händler des ZDF fahren niemals unangekündigt zu Zuschauern nach Hause, der einzige Weg in die Sendung führt über die offizielle Online-Bewerbung.