Nicht immer geht es den „Bares für Rares“-Händlern um einen profitablen Weiterverkauf. Manchmal kaufen sie eine Rarität aus ganz emotionalen Gründen – wie nun Susanne Steiger einen kleinen Bronze-Spatz.
Köln – „Was haben wir denn da für einen Knubbel?“, zeigt sich schon Moderator Horst Lichter während der Expertise angetan von dem etwa handtellergroßen, kugeligen Spatz aus Bronze, den Edith und Josef Schnock vom Niederrhein mit ins „Bares für Rares“-Studio gebracht haben.

Der kleine Spatz – ein sogenannter Handschmeichler, weil er sich so gut mit einer Hand umfassen lässt – ist wohl in den 1960er Jahren geschaffen worden, von dem 2001 verstorbenen Grafiker und Bildhauer Ernest Igl. Igl war vor allem als Industriedesigner bekannt, den Spatz schuf er laut einer Prägung an der Unterseite der Figur im Auftrag eines Pharmaunternehmens anlässlich der Einführung eines neuen Medikaments.
„Bares für Rares“-Händlerin teilt private Geschichte im Studio
Edith Schnock hat das Vögelchen derweil einst auf einem Antikflohmarkt gekauft und möchte es nun weitergeben. Dass sie mit ihrer Entscheidung einer „Bares für Rares“-Händlerin eine ganz persönliche Freude machen kann, ahnte sie bei ihrer Bewerbung für die ZDF-Show wohl nicht.
Denn Schmuck-Händlerin Susanne Steiger zeigt sich von dem Bronze-Vögelchen sofort angetan – und das hat einen ganz persönlichen Grund, wie sie in der Folge vom 18. August verrät. „Ich habe eine besondere Beziehung zu Spatzen, ich habe mal einen mit der Hand aufgezogen.“ Clementine habe sie das Vögelchen getauft, eine schöne Zeit sei das gewesen. „Sie kam noch lange immer wieder zurück, hat ans Fenster geklopft. Dann habe ich sie reingelassen, wir haben zusammen gefrühstückt und dann ist sie wieder abgeflogen.“
Händler-Kollege Jan Čížek rührt sie mit ihrer Geschichte so sehr, dass er aus dem Bieterrennen aussteigt. Eigentlich hätte er das Vögelchen gern selbst ersteigert. „Aber jetzt will ich nicht mehr weiterbieten, weil ich die Geschichte so schön finde.“ Und so geht der Bronze-Spatz für 200 Euro an Susanne Steiger, die ihr eigenes Gebot von 180 Euro noch einmal selbst erhöht hatte. In einem anderen Bietergefecht hat Čížek übrigens nicht so schnell aufgegeben – und seinen Kollegen Anaisio Guedes damit fast zur Weißglut getrieben.
„Das ist ein schönes Erinnerungsstück an Clementine“, freut sich die Neu-Besitzerin, als sie den Kaufpreis an Edith Schnock auszahlt. Irgendwann sei Clementine übrigens nicht mehr wiedergekommen, vollendet Steiger ihre Geschichte noch. „Vermutlich, weil sie Clemens getroffen hat.“
Immer wieder kommt es vor, dass „Bares für Rares“-Händler in der ZDF-Show für sich persönlich einkaufen und eine Rarität gar nicht weiterverkaufen möchten. So war einst etwa die Fuldaer Händlerin Elisabeth „Lisa“ Nüdling ganz aus dem Häuschen, als ihr eine ganz besondere Handtasche unterkam. Und erst kürzlich haben die Händler eine 45 Jahre alte Flasche Bier geöffnet, um zu testen, ob das Gebräu noch trinkbar sei.