Zwei echte Kölner Ur-Gesteine haben einen Auftritt bei „Bares für Rares“. Gemeint sind die Kunstfiguren Tünnes und Schäl – allerdings nicht in ihrer Puppenform, sondern in Bronze gegossen. Horst Lichter ist begeistert – immerhin steht er quasi in einer Reihe mit den beiden.
Köln – Jeder Kölner dürfte Tünnes und Schäl kennen, die beiden sind zwei prominente Charaktere im 1802 gegründeten Kölner Kult-Puppentheater Hänneschen. Nun sollen sie bei „Bares für Rares“ an den Meistbietenden verkauft werden. Allerdings nicht in ihrer Theaterform, sondern in Bronze gegossen.
Mitgebracht hat das Duo Joachim aus Köln. Der 77-jährige Rentner hat die Bronze in den 1980er Jahren geschenkt bekommen – und hat zum Künstler auch bereits einiges recherchiert – Informationen, die von Fachfrau Dr. Friederike Werner in der ZDF-Show ergänzt werden.
Kölner Kult-Duo bei „Bares für Rares“ – Horst Lichter begeistert
Gefertigt wurden die Figuren – möglicherweise im Auftrag des Hänneschen-Theaters – in den 1970er und 1980er vom in Tschechien geborenen Künstler Franz-Josef Lipensky. Seit 1969 bis zu seinem Tod 2023 hat dieser in Köln gelebt. Die Auflage der Bronzen ist auf 100 limitiert, Rentner Joachim besitzt Stück Nummer 25.
Moderator Horst Lichter erkennt die beiden Figuren im Übrigen sofort. Ist doch auch er selbst Teil des Inventars des Kölner Puppentheaters: „Mich gibt es als Püppchen im Hänneschen-Theater, das hat mich so geadelt, da bin ich ganz glücklich drüber.“ Horst Lichter plaudert bei „Bares für Rares“ gern aus dem Nähkästchen – erst kürzlich erzählte der Moderator eine Geschichte über seinen Opa Nikolaus.
Die Puppen von Tünnes und Schäl gibt es allerdings bereits eine ganze Weile länger als den „Bares für Rares“-Moderator: Wie Friederike Werner herausgefunden hat, feierte der etwas korpulentere Tünnes bereits im Jahr 1803 seine Theater-Premiere, in den 1850er Jahren kam dann der lange Schäl als sein Gegenpart dazu. Seitdem sind die beiden rheinische Legenden.
Horst Lichter freut sich deshalb umso mehr als Friederike Werner mit ihrer Expertise von 300 bis 400 Euro den Wunschpreis von 150 Euro mal ganz locker verdoppelt. „Ich finde, die zwei müssen geehrt werden“, argumentiert der Moderator. Und für Verkäufer Joachim steht fest: „Wenn die Händler weniger als 150 Euro bieten, nehme ich die Figur wieder mit – und spreche mit Horst.“
Doch er braucht sich keine Sorgen zu machen. Die Händler sind ganz angetan – auch wenn sich Markus Wildhagen zunächst irritiert zeigt, dass ihm als Düsseldorfer eine Kölner Legende vor die Nase gesetzt wird. Doch Rentner Joachim kontert schlagfertig: „Auch ein Düsseldorfer kann ja dazu lernen.“ Damit hat er die Lacher schon mal auf seiner Seite.
Und die Gebote von Wildhagen. Denn der verwickelt sich mit Julian Schmitz-Avila und Benjamin Leo Leo in ein Bietergefecht, während sich Neu-Händlerin Liza Kielon und der Thüringer Fabian Kahl raushalten. Bei 250 Euro ist dann allerdings Schluss. Der Kölner Benjamin Leo Leo ist Höchstbietender.
Schlagfertiger Verkäufer treibt Preis bei „Bares für Rares“ hoch
„Sind Sie denn einverstanden mit 250 Euro, damit Tünnes und Schäl in Köln bleiben?“, fragt er den Verkäufer. Dieser wünscht sich jedoch eher 300 Euro – Leo Leo geht auf 280 hoch. Doch Senior Joachim bleibt standhaft und argumentiert geschickt: „Ja, ich muss damit ein Sushi-Essen für meine Enkel finanzieren.“ Damit hat er Händler Leo Leo: „Hätten Sie das doch gleich gesagt“, gibt dieser nach und schlägt in die 300 Euro ein.

Zufrieden nimmt Joachim seinen Erlös entgegen, zum Abschied ruft ihm Julian Schmitz-Avila ein „Guten Appetit“ hinterher. Und Leo Leo freut sich über sein „eigenes Kölner Denkmal“. In einem Bietergefecht mit seiner Händler-Kollegin Lisa Nüdling zog Benjamin Leo Leo derweil den Kürzeren – die Fuldaerin zeigte im Kampf um ein grünes Schmuck-Döschen ihre Krallen aus.