Antikes Collier findet keinen Käufer – Schuld ist der Goldpreis

Ein antikes Gold-Collier aus dem 19. Jahrhundert fällt bei den „Bares für Rares“-Händlern durch. Keiner will den gewünschten Preis bieten – Schuld ist der hohe Goldpreis.

Köln – Norbert Janka aus Oberbayern möchte in der aktuellen Folge (23. März) von „Bares für Rares“ ein altes Familienerbstück verkaufen. Wohl seit Mitte des 19. Jahrhunderts befindet sich das opulente Gold-Collier mit einem mehrere Karat schweren Amethyst als zentralem Schmuckstein im Besitz seiner Familie. Bereits in früheren Ausgaben der ZDF-Trödelshow hatte Goldschmuck teils sehr hohe Preise erzielt.

Elisabeth Nüdling gefällt die antike Goldkette durchaus. Sie weiß aber auch, wie schwierig solche Stücke zu verkaufen sind.
Elisabeth Nüdling gefällt die antike Goldkette durchaus. Sie weiß aber auch, wie schwierig solche Stücke zu verkaufen sind. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Schmuck-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel datiert das Stück im Stil des Historismus aus der Biedermeier-Zeit auf etwa 1855 bis 1860. Eine reine Handarbeit ist der Schmuck dabei nicht mehr, Teile sind in einer frühindustriellen Fertigung vorgearbeitet und dann eingefasst worden.

Goldpreis verhindert Collier-Verkauf bei „Bares für Rares“

Das zentrale Element der Goldkette ist ein großer, aus Brasilien stammender Amethyst, eingefasst in eine Entourage aus Saatperlen. Wertsteigernd hebt die „Bares für Rares“-Expertin zudem das ebenfalls bereits mehr als 100 Jahre alte Schmuck-Etui hervor – auch wenn es wohl erst später als die Kette angefertigt wurde.

Überwiegend besteht die Kette, die im damaligen Goldschmiede-Zentrum Prag gefertigt wurde, allerdings aus massivem 750er Gold. Rezepa-Zabel bescheinigt dem Stück einen sehr guten Zustand. Kaum verwunderlich also wohl, dass der 79-jährige Besitzer sich 5000 Euro als Verkaufspreis für sein Erbstück wünscht.

Die Fachfrau setzt ihren Preis allerdings deutlich niedriger an. Der reine Goldwert liege bei rund 2400 Euro, für Alter und Pracht des Schmucks schlägt sie noch ein paar hundert Euro auf und landet schließlich bei 3000 bis 3200 Euro für ihre Expertise. Damit ist Norbert Janka einverstanden und akzeptiert die Händlerkarte von Moderator Horst Lichter. „Viel Erfolg beim Verkauf“, gibt dieser dem Oberbayern noch mit auf den Weg.

Bevor der pensionierte Berufssoldat den Händlerraum betritt, in dem dieses Mal auch die aus Fulda stammende Schmuckhändlerin Elisabeth „Lisa“ Nüdling sitzt, ist er noch optimistisch, dass die Händler den Expertisenpreis vielleicht sogar überbieten werden. Und angesichts des weiteren Personals im Händlerzimmer scheinen die Aussichten nicht schlecht: Neben Lisa Nüdling sind das die kürzlich aus der Babypause zurückgekehrte Sarah Schreiber, der Österreicher Wolfgang Pauritsch sowie Antiquitätenhändler Fabian Kahl. Alle vier sind durchaus dafür bekannt, bei Schmuck gerne zuzuschlagen.

Historismus-Schmuck als Ladenhüter bei „Bares für Rares“-Händler

Lisa Nüdling freut sich schon über das antike Schmuckkästchen, in dem sich die Kette befindet: „Da traut man sich ja fast nicht, die zu öffnen.“ Wolfgang Pauritsch bietet für „ein schönes Schmuckstück“ 1500 Euro als Startgebot. Nüdling und Kahl bieten 1600 respektive 1700 Euro, dann geraten die Gebote ins Stocken. Den entscheidenden Einwurf macht dann der fünfte Händler in der Runde. „Ja, es ist schön, aber wer kauft das heutzutage noch?“, begründet Waldi Lehnertz sein mangelndes Interesse.

Dem stimmt die restliche Runde zu, schließlich hätten sie alle solche Stücke bereits in ihren Geschäften liegen. Oft wohl als Ladenhüter, wie sich implizit heraushören lässt. Als Norbert Janka den Goldpreis nennt, geht es noch hoch auf 2300 Euro, erneut macht Fabian Kahl das letzte Gebot.

Das antike Collier stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Das antike Collier stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Elisabeth Nüdling erklärt die „Ruhe am Tresen“, wie sie es nennt. „Der Goldpreis liegt aktuell sehr hoch und wir haben alle viele solcher Stücke im Laden liegen“, argumentiert die Fuldaerin. Die Nachfrage nach Historismus-Stücken sei zudem aktuell nicht sehr hoch. Hoher Goldpreis, schwache Nachfrage – das macht einen Verkauf schwierig. Kein Händler will mehr als 2300 Euro bieten. Norbert Janka entscheidet sich deshalb, sein Familienerbe wieder mitzunehmen: „Den Goldpreis bekomme ich anderswo auch.“

Möglicherweise hätte er mittlerweile bessere Möglichkeiten, seinen Schmuck zu verkaufen. Denn seit Ausbruch des Irankriegs ist der Goldpreis massiv gesunken. Am 23. März etwa kostete die Feinunze Gold etwas mehr als 4300 Dollar, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Immer noch viel, im Vergleich zum Januar, als die Feinunze erstmals den Preis von 5000 Dollar knackte, allerdings deutlich weniger. Allein seit Beginn der Angriffe auf den Iran durch die USA und Israel habe der Goldpreis mehr als 18 Prozent eingebüßt, so die dpa. Da die Folgen von „Bares für Rares“ immer einige Monate im Voraus aufgezeichnet werden, hatte der Krieg auf die Goldpreise damals noch keine Auswirkungen.

Leave a Comment