„Bares für Rares“-Händler begeistert von 100 Jahre alter Baby-Ziege

Ein kleines, 100 Jahre altes Rosenthal-Zicklein aus Porzellan sorgt für Aufsehen in der ZDF-Show „Bares für Rares“. Der Verkaufspreis übertrifft die Erwartungen.

Köln – In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter vom 4. März 2024 bringen die beiden Schwestern Kerstin Naujoks und Birgit Ruland eine Zicklein-Porzellanfigur von Rosenthal, entworfen von Willy Zügel, zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.

Das kleine Porzellan-Zicklein zieht bei „Bares für Rares“ die Blicke von Fabian Kahl (links) und Steve Mandel auf sich.
Das kleine Porzellan-Zicklein zieht bei „Bares für Rares“ die Blicke von Fabian Kahl (links) und Steve Mandel auf sich. © ZDF

In der rheinischen Domstadt gibt es ja passenderweise mit dem 1. FC Köln Glück bringenden Geißbock Hennes das traditionsreichste Maskottchen im deutschen Profifußball. Zirkusdirektorin Carola Williams hatte dem FC 1950 bei einer Karnevalssitzung einen Geißbock geschenkt. Das Jungtier wurde nach Trainer Hennes Weisweiler auf den Namen Hennes getauft.

Rosenthal-Zicklein überrascht bei „Bares für Rares“

Er und seine Nachfolger – stirbt ein Geißbock, wird ein neuer als FC-Glücksbringer ausgewählt – wurden zum Maskottchen der Mannschaft, der Geißbock-Elf. Seit August 2019 regiert nun Hennes IX. Das aktuelle Maskottchen hat also den Namen Hennes mit der Ergänzung „der Neunte“, ein Zusatz, wie es in Köln auch bei Karnevalsprinzen üblich ist.

Das bei „Bares für Rares“ angebotene Zicklein hat indes noch eine längere Geschichte als der FC-Hennes, wenngleich diese genauso eine Zirkus-Verbindung aufweist. Der Entwurf der Porzellanfigur stammt von dem Tierbildhauer Willy Zügel (1876-1950). Bekannt wurde der Künstler durch seine Tier-Kleinplastiken.

„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz erläutert dazu die Hintergründe. „Er hat sich in seinen Studien sehr stark der Anatomie der Tiere hingegeben. Er war oft in Tierparks, und er hat eine große Verbindung zum Zirkus Krone gehabt“, berichtet der Kunsthistoriker. „Fachbücher haben seine Entwürfe übernommen, weil sie so anatomisch genau waren.“

Der Sohn des Tiermalers Heinrich von Zügel fertigte Modelle für die Porzellanfabrik Philipp Rosenthal (1911–1926), die Porzellanmanufaktur Nymphenburg (1911–1913), die Porzellanmanufaktur Meissen und seit 1935 für die Porzellanmanufaktur in München-Allach. Sein Zicklein-Entwurf für Rosenthal stammt aus dem Jahr 1923.

Im „Bares für Rares“-Händlerraum, in dem Elisabeth Nüdling aus Fulda und Sarah Schreiber, die kürzlich nach einer langen Babypause zurückkehrte, dieses Mal nicht dabei sind, zeigt Fabian Kahl große Fachkenntnis: „Weißt du, wie viele Studien man machen muss, um so eine Lebendigkeit in der Ziege hinzubekommen? Da musst du dich wirklich auf die Weide setzen und die Ziege zeichnen.“

Und Fabian Kahl schwärmt weiter von der Figur der Baby-Ziege. „Finde mal eine vor dem Krieg hergestellte Porzellanfigur, die keine Beschädigung aufweist“, sagt der Händler aus Thüringen. „Das ist eine Porzellanfigur, wie man sie sich wünscht – selten, unbeschädigt, von Rosenthal, aus der Zeit vor dem Krieg.“

Der Verkaufspreis übertrifft die Erwartungen

Aber nicht nur Fabian Kahl ist begeistert von dem Zicklein. Auch die anderen Händler, wie Walter „Waldi“ Lehnertz, sind mehr als angetan. Hatte Experte Colmar Schulte-Goltz den Wert der 100 Jahre alten Figur auf 250 bis 350 Euro geschätzt, bekommt Händler Steve Mandel letztlich nach vielen Geboten den Zuschlag erst für 460 Euro.

Indes ging es bei „Bares für Rares“ zuletzt auch um die Frage, welchen Wert ein Kilo Bronze hat. In der ZDF-Trödelsendung wurde nämlich ein schwerer Kerzenleuchter aus den 1960er Jahren verkauft. BfR-Händler David Suppes kauft in seinem Geschäft in Wiesbaden bei persönlichen Begutachtungen gerne Bronze an.

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