„Bares für Rares“-Händler geraten aneinander – „Wir sind nie Freunde gewesen!“

Waldi Lehnertz und Wolfgang Pauritsch liefern sich einen Biet-Krieg. Dabei finden sie plötzlich dramatische Worte.

Eigentlich herrscht im Händlerraum von „Bares für Rares“ meist gute Laune. Man kennt sich, man duzt sich, man verhandelt hart, aber fair. Diesmal kippt allerdings die Stimmung und das ausgerechnet wegen eines unscheinbaren Werkzeugs.

„Ja, wat is dat nu?“, fragt Horst Lichter (63) neugierig, als er zum Expertentisch kommt. „Sieht aus wie ein Propeller“, witzelt Sachverständiger Sven Deutschmanek (49). In Wahrheit weiß er natürlich genau, was vor ihm liegt.

Verkäufer verlangt nicht viel

Verkäufer Simon hat einen speziellen Gehäusehalter und Gehäuseöffner für Rolex-Uhren dabei. Ein Werkzeug, das man braucht, um hochwertige Uhren fachgerecht zu öffnen, ohne sie zu beschädigen. Horst Lichter erkennt sofort die Bedeutung: „Ich weiß, dass man Gehäuse schnell zerstören kann, wenn man versucht, das selbst zu öffnen.“

Deutschmanek erklärt ruhig, warum das Teil gefragt ist. Je nach Seite lassen sich unterschiedliche Durchmesser nutzen, passend für verschiedene Rolex-Modelle. Kein Spielzeug. Profi-Werkzeug. Simon bleibt bescheiden. „250 Euro wären schon sehr schön“, sagt er. Der Experte lächelt und hebt die Messlatte: „Ich denke, 300, vielleicht 350 Euro sind realistisch.“ Jedoch im Händlerraum geht es plötzlich um ganz andere Summen.

„Wir sind nie Freunde gewesen!“

Kaum liegt das Werkzeug auf dem Tisch, springen gleich zwei Händler an. Walter „Waldi“ Lehnertz (58) und Wolfgang Pauritsch (53). Beide wollen den Deal. Waldi geht direkt auf “Angriff“. „510 Euro“, bietet er dem Verkäufer an. Pauritsch lässt ihn allerdings nicht durch, und hebt sofort auf „800 Euro.“

Die Stimmung kippt. Waldi schaut rüber und fragt hörbar genervt: „Sind wir jetzt Freunde oder nicht?“ Die Antwort kommt ohne Zögern: „Wir sind nie Freunde gewesen!“, kontert Wolfgang Pauritsch trocken. Der Raum lacht, und der Bieterkrieg geht weiter. Simon schaut ungläubig. Aus seinen erhofften 250 Euro wird plötzlich ein vierstelliger Betrag.

Am Ende macht Pauritsch das Rennen. 1200 Euro für den Rolex-Gehäuseöffner.

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