Köln - Außergewöhnliche Szenen bei "Bares für Rares": Expertin und Händler raten entschieden vom Verkauf eines Objekts ab, doch Studio-Gast Felix ignoriert den Rat der Profis einfach.
Der junge Mann hat neben seiner frisch angetrauten Ehefrau Cazibe auch ein Porträt aus Familienbesitz mit in das Pulheimer Walzwerk bei Köln gebracht. Das Motiv erinnert Moderator Horst Lichter (64) an den Verkäufer - und damit liegt er goldrichtig.
Auf dem Ölbild ist ein echter Vorfahre von Felix abgebildet. Sein Name: Albert Fulda. Laut Signatur samt Datierung stamme das "feinfühlige, sehr lebendige Porträt" von dem Maler Julius Amatus Roeting aus dem Jahr 1846, wie Expertin Bianca Berding (49) verrät.

"Seitdem ich auf der Welt bin, hängt das Bild bei meiner Oma", erinnert sich der Besitzer. Ergänzend schiebt er dann noch hinterher: "Als Kind hat mich das Bild immer gegruselt, weil die Augen einen verfolgen - wie bei der Mona Lisa."
Berding kann die Parallele zu dem bekannten Frauenporträt bestätigen. Auch das leicht angedeutete Lächeln erinnert sie an das berühmte Da-Vinci-Werk. Für den Verkauf hat die 49-Jährige derweil kein Verständnis: "Ich finde es sehr, sehr schade, dass sie dieses Bild veräußern!"
Denn: "Wer kann schon ein Porträt von seinen Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert vorweisen? Ich kann das nicht", betont die Sachverständige. Felix ist das egal. Er will seinen Urahnen trotzdem loswerden - für 500 Euro. Berding taxiert das Bild sogar auf 800 bis 1000 Euro.

"Bares für Rares"-Kandidat verramscht Objekt weit unter Schätzpreis
Im Händlerraum denkt Wolfgang Pauritsch (54) beim Anblick des Porträts sofort an den deutschen Schauspieler Klaus Kinski, der oft psychopathische Rollen übernommen hat. "Ja, der hat ein bisschen was von dem", pflichtet ihm Markus Wildhagen (60) bei.
Nachdem Felix das verwandtschaftliche Verhältnis zwischen ihm und dem Mann auf dem Bild aufgeklärt hat, zeigt sich Walter Lehnertz (59) verwundert: "Normalerweise bist du unser Kunde", merkt er an. Wer sonst solle sich für seinen Urahnen interessieren?

Julian Schmitz-Avila (39) sieht das genauso, bietet aber dennoch 150 Euro. Pauritsch erhöht auf 300. Ein Konter seines Kollegen bleibt aus. Stattdessen richtet Schmitz-Avila einen "ehrlichen" Appell an den Verkäufer.
"Auch wenn Sie jetzt keinen Platz für das Bild haben, nehmen Sie es wieder mit, stellen es irgendwo hin. In 20 Jahren freuen Sie Sich über ihren Urgroßvater", so der 39‑Jährige. Doch Felix pfeift auf den Rat. Das Gemälde soll weg.
Als Höchstbietender hakt Pauritsch noch einmal nach: "Wollen Sie verkaufen oder das Bild lieber wieder mitnehmen?" Da grätscht Felix’ Ehefrau Cazibe dazwischen und beteuert: "Verkaufen!" Und so verramschen die beiden den Verwandten für gerade mal 300 Euro.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder bereits vorab in der Mediathek.