Eine Rose aus Gold, die sich öffnen lässt, je nach Laune. Bei „Bares für Rares“ staunt sogar die Expertin.
Es gibt Erbstücke, die liegen jahrelang in einer Schublade, und niemand weiß, was sie sind. Ein Stück Gold eben, hübsch, mehr nicht. Petra ging es mit einer Brosche so. Ihr Mann hatte sie ihr überlassen, das Stück stammt von seiner Mutter. Woher es kam, wusste keiner. Bei „Bares für Rares“ hat Petra es Horst Lichter auf den Tisch gelegt.
Rosenbrosche bei „Bares für Rares“ hat eine versteckte Mechanik
Von außen ist es eine Rosenknospe, geschlossen. Schmuckexpertin Wendela Horz stellte gleich klar, dass da mehr drin ist. Dann öffnete sie die Blüte. Darunter kamen Diamanten zum Vorschein, montiert auf kleinen Federstäbchen, die bei jeder Bewegung mitzittern. Fachleute nennen das „en tremblant“.
Das Besondere steckt in den Blütenblättern. Jedes einzelne hängt an einem Kugelgelenk und lässt sich getrennt bewegen. Wer gut gelaunt ist und reden will, macht die Rose auf. Wer seine Ruhe haben möchte, lässt sie zu. Die Trägerin sagt damit, wie es ihr geht, ohne ein Wort. Horz nannte das eine kreative technische Lösung.
Petra fordert bei „Bares für Rares“ mehr als die Expertin schätzt
Die Herkunft verrieten die Punzen und eine Gravur: „Breveté Sans Garantie Du Gouvernement“, der Hinweis auf ein Patent. Gefertigt hat die Rose der Pariser Goldschmied Jules Lefebvre, in den fünfziger Jahren. Material: 750er-Gold und Platin. Die Diamanten kommen zusammen auf etwa ein Karat, in guter Qualität. Das Drahtgeflecht der Blätter ist etwas nachgedunkelt, die Fassungen sind leicht verschmutzt. Kaputt ist nichts.
Petra wollte 3.200 Euro. Horz schätzte auf 3.200 bis 3.500 Euro, allein das Material war rund 2.500 Euro wert.
Im Händlerraum ging es dann los. 2.600 Euro, 3.000, 3.300, schließlich 3.500. Damit war die Obergrenze der Expertin erreicht, und die meisten hätten hier zugeschlagen. Petra nicht. Sie forderte 3.600. Am Ende einigte sie sich mit Händlerin Elke auf 3.550 Euro. 50 Euro über der Schätzung. „Ganz, ganz super geklappt“, fand Petra.
Papageienbrosche bei „Bares für Rares“ bringt 4.000 Euro
Auch andere Broschen können mehr als glänzen. Heidi aus Rotterdam brachte eine mit, die ihre Geschichte offen zeigt: zwei bunt emaillierte Papageien mit Rubinaugen, die auf einem goldenen Gefäß sitzen. Ihre Mutter hatte das Stück Ende der neunziger Jahre in der Türkei gekauft.
Der Körper besteht ebenfalls aus 750er-Gold, dazu Onyx, Löwenköpfe, Rubine. Auf den Papageien sitzen 132 Brillanten, zusammen rund 1,32 Karat. Expertin Heide Rezepa-Zabel schätzte auf 3.800 bis 4.200 Euro. Im Händlerraum sprachen sie von höchster Fertigungsqualität. Susanne Steiger bekam den Zuschlag für 4.000 Euro. Ihr Urteil: „Die ist einfach Lebensfreude pur.“
