Bei „Bares für Rares“ wird aus einem 350-Euro-Wunsch ein spektakulärer Deal. Was hinter den Broschen aus dem Wiener Kohlmarkt steckt.
Diesen Moment dürfte Verkäuferin Ellen nicht so schnell vergessen. Bei „Bares für Rares“ bringt sie zwei historische Broschen mit einer echten Adels-Provenienz zu Horst Lichter. Am Ende geht sie mit weit mehr Geld nach Hause, als sie sich erhofft hatte.
„Bares für Rares“: Schmuck aus dem Nachlass einer Kammerdame
Ellen bringt zwei außergewöhnliche Stabbroschen mit auf den Händlerhof. Die beiden Schmuckstücke stammen aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes. Dieser hatte sie einst von einer Tante geerbt, die als Kammerdame bei Herzogin Maria von Württemberg tätig war. Die adelige Herkunft ist lückenlos dokumentiert – belegt durch Unterlagen aus dem Nachlassgericht und ein handschriftliches Testament.

In der Expertise wird schnell deutlich, dass Ellen weit mehr als gewöhnlichen Schmuck mitgebracht hat. Die beiden Broschen bestehen aus 585er-Gold und wurden in Wien gefertigt. Die Punzen lassen auf einen Goldschmied schließen, der für den renommierten Juwelier Moritz Hübner am Wiener Kohlmarkt tätig war. Entstanden sind die Stücke vermutlich in den 1910er-Jahren. Besetzt sind sie mit hochwertigen Rubinen, Smaragden und Diamantrosen. Auch die Original-Schatulle ist bis heute erhalten.
„Schönste, die ich je gekauft habe“: Bietergefecht treibt Preis hoch
Ellens Wunschpreis: nur 350 Euro. Expertin Wendela Horz taxierte die beiden Broschen jedoch auf 1.200 bis 1.500 Euro. Sichtlich gerührt zog Ellen mit ihrer Expertise weiter in den Händlerraum und wurde dort erneut überrascht.
Nach einem Einstieg bei 1.000 Euro entwickelte sich ein spannendes Bietergefecht. Immer weiter kletterten die Gebote, bis schließlich 3.600 Euro auf dem Tisch lagen. Ellen nahm das finale Angebot glücklich an. Der Käufer schwärmte im Anschluss, es seien die schönsten Broschen, die er jemals bei „Bares für Rares“ gekauft habe. Für die Verkäuferin bedeutet das mehr als das Zehnfache ihres ursprünglichen Wunschpreises.
Ähnliches Glück hatten zwei Schwestern die ein Compotier angeboten haben. Sie konnten ihren Wunschpreis fast verdreifachen.
Auch dieser Flohmarkt-Fund brachte bei „Bares für Rares“ mehr als gedacht
Ellens Adels-Broschen sind nicht der einzige „Bares für Rares“-Fall der letzten Tage, bei dem der Wunschpreis komplett gesprengt wurde. Erst kürzlich brachte eine Verkäuferin aus Marktredwitz in Oberfranken eine unscheinbare Keramikkanne mit auf den Händlerhof. Ihre Mutter hatte das Stück einst für höchstens fünf Euro auf einem Flohmarkt entdeckt – seitdem stand die Kanne rund 15 Jahre lang unbeachtet im Hausflur.
In der Sendung stellte sich heraus: Es handelte sich um eine limitierte Schenkkanne des Künstlers Jean Lurçat, einem Zeitgenossen von Pablo Picasso. Nur 150 Exemplare wurden gefertigt. Im Händlerraum kletterte der Preis rasant, am Ende zahlte ein Händler 1.300 Euro – das 260-Fache des ursprünglichen Flohmarkt-Einsatzes. Ein Beweis mehr dafür, dass sich der Blick in Regale, Nachlässe oder auf Flohmarkttische bei „Bares für Rares“ immer wieder richtig auszahlen kann
