Als der US-Armeeveteran Peter Tong bei der Abschlussfeier des Polk State College über die Bühne ging, war er nicht allein. An seiner Seite lief seine Assistenzhündin Ren.
Tong trat 2009 in die US-Armee ein und diente im 112th Signal Battalion in Fort Bragg, North Carolina, als IT-Spezialist (Military Occupational Specialty 25B). Doch 2012 beendete eine Hüftverletzung seine Militärlaufbahn abrupt. Er musste in sein ziviles Leben zurückkehren und sich neu orientieren.
Jahre später entschloss sich Tong, noch einmal die Schulbank zu drücken. Gleichzeitig kämpfte er mit eingeschränkter Mobilität, Angstzuständen und Depressionen.
„Mein Therapeut sagte eines Tages zu mir: Ein Assistenzhund könnte Ihnen wirklich helfen“, erzählt Tong.
Schon bei ihrer ersten Begegnung wusste er, dass Ren sein Leben verändern würde.
„Als ich Ren zum ersten Mal sah, war ich völlig überwältigt. Ich dachte nur: Unglaublich – es passiert wirklich. Sie ist da.“
Während langer Lernnächte und anstrengender Semester war Ren stets an seiner Seite.
„Wenn sie im Dienst ist, könnte um uns herum die Welt untergehen – sie konzentriert sich nur auf ihre Aufgabe: für mich da zu sein“, sagt Tong.
Besonders beeindruckend ist Rens Fähigkeit, die Gefühle ihres Herrchens zu erkennen und genau im richtigen Moment einzugreifen.
„Wenn ich anfange zu weinen oder einen richtig schlechten Tag habe, mich hinsetze und den Kopf hängen lasse, schiebt sie sich unter mich und bringt mich dazu, wieder aufrecht zu sitzen“, erzählt Tong. „Es ist fast so, als würde sie sagen: Nein, heute geben wir nicht auf. Du wirst nicht traurig sein. Wir machen weiter.“
Als schließlich der Tag der Abschlussfeier kam, war es für Tong selbstverständlich, Ren mit auf die Bühne zu nehmen – als Zeichen seiner Dankbarkeit und als letzte Unterstützung auf dem Weg zum Ziel.
„Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt zur Abschlussfeier gehen soll“, erinnert er sich. „Ich fragte mich: Will ich wirklich vor all den Menschen über die Bühne laufen?“
Mit Ren an seiner Seite fand er den Mut, seinen hart erarbeiteten Abschluss gemeinsam mit Familie, Freunden und Kommilitonen zu feiern.
„Dass Ren mit mir auf der Bühne war, hat mir ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit gegeben“, sagt Tong. „Allein ihre Nähe hat mir unglaublich geholfen.“
Heute möchte Tong anderen Veteraninnen und Veteranen Mut machen:
„Ihr seid nicht allein. Es gibt Hilfe und es gibt Unterstützungsangebote. Nutzt diese Möglichkeiten und holt euch die Hilfe, die ihr braucht.“