Chip-Pflicht für Hunde und Katzen: EU beschließt Registrierungspflicht

Die EU hat eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen beschlossen. Die Anzahl der gechippten und registrierten Haustiere ist deutlich zu niedrig.

Schwalm-Eder – Die Zahl der gechippten und registrierten Haustiere ist deutlich zu niedrig. Das teilen sowohl das Felsberger Tierheim, als auch das Haustierregister Tasso mit. Doch Abhilfe soll kommen: Die EU hat eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen beschlossen.

Bei Tasso sind 20.272 Hunde und 20.171 Katzen im Schwalm-Eder-Kreis registriert, teilt das nach eigenen Angaben größte deutsche Haustierregister mit. Im Jahr 2025 wurden im Kreis 291 Tiere beim Register als vermisst gemeldet. Darunter waren 68 Hunde und 223 Katzen. Im selben Jahr konnten 239 Tiere (61 Hunde und 178 Katzen) an ihre Besitzer zurückvermittelt werden. Diese Statistik bezieht sich allerdings ausschließlich auf Tiere, die bei Tasso registriert wurden.

Deutschlandweit waren es im Jahr 2025 knapp 120.000 entlaufene Haustiere. Das zeige laut Haustierregister, wie wichtig eine Kennzeichnung sei: „Ein lauter Knall, eine ungewohnte Umgebung oder die aus Versehen offen gelassene Tür, und schon ist es passiert: Das Tier ist weg. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass ein Tier niemals entläuft, gibt es leider nicht.“

Das gibt die EU-Verordnung vor

Laut Beschluss müssen bald alle Hunde und Katzen in der EU mit einem Mikrochip ausgestattet sein. Außerdem haben Tierhalter dann die Pflicht, ihr Tier bei einer nationalen Datenbank zu registrieren. Diese nationalen Systeme sollen miteinander vernetzt werden und auch Tiere, die im Internet zum Kauf angeboten oder in die werden, müssen gekennzeichnet und registriert sein.

Dem schließt sich Ralf Pomplun, Vorsitzender des Trägervereins des Felsberger Tierheims, an. „Wir können nicht nachvollziehen, warum Menschen ihre Tiere nicht kennzeichnen. Auch eine Wohnungskatze kann verloren gehen, denn wenn sie einmal nach draußen gerät, findet sie den Heimweg nicht mehr.“ Dabei ist die Situation bei Katzen deutlich schlechter, als bei Hunden, so die Erfahrung des Experten. Etwa 95 Prozent der Hunde, die als Fundtiere im Tierheim landen, können demnach dank Kennzeichnung schnell zu ihren Besitzern zurückkehren. Bei Katzen sind es nur etwa zehn Prozent.

Doch mit dem Chippen allein ist es nicht getan, betont Pomplun. Regelmäßig komme es vor, dass Tiere zwar mit einem Chip versehen sind, dieser aber nicht bei einem Haustierregister registriert ist. Viele Menschen wüssten seiner Erfahrung nach nicht, dass die Registrierung nicht automatisch nach dem Chippen vorgenommen werde, etwa durch den Tierarzt. „Dafür sind die Tierhalter selbst verantwortlich.“ Die Registrierung ist kostenlos.

Bei Tasso begrüßt man den Beschluss des Europäischen Parlaments, obwohl EU-Verordnungen lange Übergangsfristen hätten. Vorteile seien laut Haustierregister etwa eine einfachere Strafverfolgung bei Tierquälerei oder ausgesetzten Tieren. Die Ausbreitung von Krankheiten wie etwa Tollwut lasse sich besser zurückverfolgen und Tierheime würden entlastet werden: „Aufenthalte verursachen hohe Kosten. Wären alle Hunde und Katzen gechippt und in einem Heimtierregister erfasst, könnten Millionenbeträge eingespart werden.“

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