Für 35 Euro entdeckt: Was aus einer schlichten Bronze bei „Bares für Rares“ wird, ist für Horst Lichter eine große Überraschung.
Wenn selbst Horst Lichter die Luft wegbleibt, muss es ein außergewöhnlicher Fund sein. Genau das ist Verkäufer Raimund bei „Bares für Rares“ gelungen. Eine schlichte Bronzefigur, einst für läppische 35 Euro erworben, entpuppt sich in der ZDF-Trödelshow als echtes Kunstwerk – und Raimund macht das Geschäft seines Lebens.
„Das muss Kunst sein“: Bronze-Figur begeistert bei „Bares für Rares“
Zu Beginn wusste Horst Lichter noch nicht so recht, was er von dem Fundstück halten sollte. „Ich würde sagen, das ist Kunst“, meinte der Moderator angesichts der äußerst minimalistischen Bronzefigur. „Das muss Kunst sein“, grinste Experte Colmar Schulte-Goltz wissend. Raimund hatte die Bronze vor drei Jahren zufällig in einem Sozialkaufhaus entdeckt und für gerade einmal 35 Euro mitgenommen. „Da hat mich das angesprungen, sozusagen“, verriet er.

Je länger Lichter das Kunstwerk betrachtete, umso mehr änderte sich seine anfängliche Meinung: „Ich finde es schon ästhetisch.“ Auch der Experte war voll des Lobes: „Ästhetisch etwas ungewöhnlich, technisch besonders. Es ist sehr individualistisch, obwohl es eine menschliche Figur zeigt.“ Die Bronze stammt aus dem Jahr 1983 und wurde vom Schweizer Künstler Schang Hutter entworfen. „Er hat diesen besonderen Stil von Figuren geprägt“, erklärte Schulte-Goltz. Auch die Auflage machte den Fund besonders: „Dieses ist das Exemplar 5 von 30 Exemplaren.“ Der Titel des Werks lautet schlicht „Stehende Figur“.
Bronze-Figur lässt bei „Bares für Rares“ die Kasse klingeln
Raimund wünschte sich für die Bronze 3.000 Euro. Als der Experte den Kaufpreis erfuhr, zeigte er sich beeindruckt: „Das war der Fang Ihres Lebens.“ Am Ende taxierte er den Marktwert auf 2.000 bis 2.500 Euro. Selbst Horst Lichter blieb angesichts dieses Werts hörbar die Luft weg: „Alter! Ich bin echt geplättet!“
Im Händlerraum entwickelte sich anschließend ein interessantes Duell. „Dargestellt ist eine Dame“, erklärte Händler Wolfgang Pauritsch direkt zu Beginn. Susanne Steiger sah in dem Werk „so Picasso-Style irgendwo auch“. Julian Schmitz-Avila zeigte anfangs weniger Interesse – doch je länger er die Skulptur betrachtete, umso mehr wuchs seine Begeisterung. Sein Einstiegsgebot von 700 Euro toppte Sarah Schreiber sofort mit 1.000 Euro. Am Ende machte Julian Schmitz-Avila mit 2.000 Euro den Sack zu. „Ich kaufe gerne Sachen, die ich noch nicht kannte“, erklärte er seinen Sinneswandel. Für Raimund bedeutet das nach einem Einsatz von 35 Euro einen Verkaufspreis, der fast dem 60-Fachen entspricht – ein echter „Bares für Rares“-Volltreffer.
Nicht der einzige Schnäppchen-Deal bei „Bares für Rares“
Dass ein Fund für wenige Euro plötzlich Hunderte oder gar Tausende einbringen kann, hat auch ein Ehepaar aus Lübeck erst kürzlich erlebt. Martina und Kay präsentierten Horst Lichter einen vermeintlich schlichten Zinnbecher aus dem Nachlass von Martinas Mutter. Doch ihr Bauchgefühl sagte ihnen: Da könnte mehr dahinterstecken. Und tatsächlich – in der Expertise entpuppte sich der Becher als antikes Silberstück aus dem 18. Jahrhundert.
Das Ergebnis war beachtlich: Statt eines billigen Zinnbechers hielt das Paar plötzlich ein rund 280 Jahre altes Meisterwerk in den Händen, das ein Hamburger Silberschmied einst aufwendig in Handarbeit gefertigt hatte. Am Ende wechselte das Stück für 600 Euro den Besitzer – mehr als das Doppelte des reinen Silberwerts. Ein Beweis mehr dafür, dass es sich bei „Bares für Rares“ immer wieder lohnt, auch scheinbar unscheinbare Objekte mit ins Studio zu bringen.