Bei „Bares für Rares“ im ZDF wurde ein wertvolles Steiff-Stofftier, ein fast 100 Jahre alter Pinguin, verkauft. Vor der Expertise fühlt sich Moderator Horst Lichter an seinen Opa erinnert.
Köln – In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter vom 4. November bringt Jens Kuhlmann aus Göttingen in Niedersachsen ein ungewöhnliches Objekt zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln: einen fast 100 Jahre alten Steiff-Pinguin.
Einen kuriosen Gegenstand hatten unterdessen auch kürzlich andere Verkäufer aus Niedersachen bei „Bares für Rares“ dabei. Viola und Christian Hoppe, ein Ehepaar aus Dannenberg, verkauften in der TV-Sendung einen halben Meter langen Bleistift an die Händler – für 250 Euro.
Horst Lichter erinnert sich bei „Bares für Rares“ an seinen Opa
Doch zurück zu dem Steiff-Pinguin: Bevor es allerdings um das Tier geht, spricht Horst Lichter überraschend bei „Bares für Rares“ über seinen Großvater. Und das kommt so: Jens Kuhlmann wohnt in dem Göttinger Stadtteil Nikolausberg, aus dem schönsten Stadtteil der Universitätsstadt, wie der 69-jährige Tierarzt anmerkt.

Bei dem Namen des Stadtteils fühlt sich Horst Lichter an seinen Großvater erinnert. „Mein Großvater hieß Nikolaus, Nikolaus Lichter“, sagt er und ergänzt: „Das habe ich, glaube ich, noch nie erzählt.“ Experte Detlev Kümmel nickt zustimmend. Inzwischen ist Horst Lichter selbst achtfacher Opa.
Auch der Verkäufer berichtet von Erinnerungen an seine Großeltern – in Verbindung mit dem Pinguin. „Er stand immer bei meiner Oma in der Vitrine“, erzählt Jens Kuhlmann und erinnert sich, dass er bereits als Kind mit dem Steiff-Stofftier spielte und dabei ganz begeistert von dem Kopfdrehmechanismus war, den man mit dem Schwanz des Tieres betätigen kann.
Horst Lichter: Pinguin ist „ein bisschen gerupft“
Dieser Mechanismus funktioniert auch fast 100 Jahre nach der Herstellung noch. Laut der Expertise von Detlev Kümmel wurde der Pinguin mit der Namensbezeichnung „King Peng“ von Steiff zwischen 1931 und 1936 hergestellt. Zum Verkauf in der TV-Sendung steht die kleinste Version, die 15 Zentimeter groß ist.
Ursprünglich hatte der Pinguin, der Glasaugen, einen orangefarbenen Filzschnabel, orangefarbene Samtflügeln und -füße hat, einen Mohairüberzug in weiß (vorne) und schwarz (hinten). Von dem Plüsch ist aber fast nichts mehr vorhanden. Das Tier, das einen Steiff-Knopf an einer Ferse hat, ist „ein bisschen gerupft“, merkt Horst Lichter an.
Stoff-Pinguin trotz Zustandes wertvoll
An der Verkäufer gerichtet fragt der Moderator deshalb: „Als Tierarzt, was sagst du zu diesem Pinguin? Der hat die Mauser, oder?“ Jens Kuhlmann antwortet geschickt: „Wenn wir 100 Jahre alt werden, sind wir auch nicht mehr so knuffig.“ Und für den „Bares für Rares“-Experten ist das Tier trotz des abgenutzten Zustands und des Fehlens einer Kopffahne wertvoll.


Während Jens Kuhlmann seinen Wunschpreis von 180 Euro nennt, sagt Detlev Kümmel, dass ein solcher Steiff-Pinguin in einem Top-Zustand 2000 bis 2500 Euro erzielen kann. Aber auch trotz der Abnutzung ist das jetzt angebotene Tier noch einiges wert. „Die gesamte Mechanik funktioniert. 300 bis 400 Euro sind möglich“, sagt er.
Im Händlerraum sind dieses Mal Elisabeth Nüdling aus Fulda, Fabian Kahl aus Thüringen, der neue Händler Ferdinand Resul Adanir und auch Sarah Schreiber, die kürzlich erst nach einer monatelangen Babypause bei „Bares für Rares“ zurückkehrte, nicht dabei, dafür aber Walter Lehnertz.
Und „Waldi“ zeigt sich nicht unbedingt als Kenner alter Steiff-Stofftiere. Zunächst donnert er den fast 100 Jahre alten Pinguin nicht gerade behutsam auf den Tresen, woraufhin Christian Vechtel ganz anders wird und seinen Kollegen mahnt, doch bitte „langsam und vorsichtig“ mit dem wertvollen Tier umzugehen.
Dann verkennt Walter Lehnertz auch, dass der Wert des Pinguins mitnichten in dem abgenutzten Erscheinungsbild liegt, wie er meint. „Der ist von Hässlichkeit hübsch“, stellt der Händler aus der Eifel fest und nimmt vom Kauf Abstand. Darüber freut sich Christian Vechtel, der das Stofftier für 250 Euro kauft. Und auch der Käufer ist froh: „Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause.“