„GZSZ“-Kommentar: Echt jetzt? Wie unglaubwürdig soll der Kiez-Krimi noch werden?

Eigentlich war der Krimi um die Morde an Zoe und Carlos eine richtig gute Idee. Endlich mal ein Handlungsstrang, der über den Soap-Alltag hinausgeht und die Zuschauer Woche für Woche miträtseln lässt. Nur leider endet dieser Krimi einfach nicht. Und nicht nur ich frage mich: Wie unrealistisch soll es bei den Endlosschleifen auf dem Weg zum Ziel denn noch werden?

Viele „GZSZ“-Fans sind sauer. Auf Instagram häufen sich Kommentare wie „Langsam reicht’s“, „Total unrealistisch“ oder „Ich verliere die Lust, überhaupt noch einzuschalten.“ Und ehrlich gesagt: Man muss keine Kriminalkommissarin sein, um den Grund dafür zu finden.

Natürlich weiß jeder, dass eine Soap nicht die Realität ist. Niemand erwartet, dass Ermittlungen nach Strafprozessordnung ablaufen oder jede Szene einem Polizeiberater standhält. Dramatische Abkürzungen gehören schließlich zum Genre. Aber man muss es ja nicht übertreiben.

Am Anfang war man noch geduldig

Zuschauer und Zuschauerinnen fragten sich schon vor Wochen, warum Toni überhaupt auf den Fall angesetzt wurde. Fast jeder und jede Verdächtige stammt aus ihrem engsten Umfeld. Viele Fans schrieben sinngemäß: Wenn das keine Befangenheit ist – was dann? Offenbar gilt bei der Berliner Polizei: Je enger man mit den Verdächtigen verwandt ist, desto besser eignet man sich als Mordermittlerin.

Drama, Baby! Oder doch nicht?

ACHTUNG, SPOILER!

Nach Wochen kam gestern (RTL+) endlich die Szene, auf die die Zuschauer und Zuschauerinnen seit Wochen warten. Toni entdeckt auf einem Urlaubsfoto ihrer Mutter eine Jacke mit auffälligen Knöpfen. Genau solche Knöpfe kennt sie aus der Ermittlungsakte. Einer wurde in der Nähe der Tatwaffe gefunden. Hinzu kommen – wir erinnern uns – DNA-Spuren ihrer Mutter in Zoes Wohnung, auffällige Kopfschmerzen, schlaflose Nächte und Ninas Verhalten, das ungefähr so wirkt wie ein Leuchtschild mit der Aufschrift: „Ich verberge ein dunkles Geheimnis.“

 

 

Obwohl Toni suspendiert ist und das Revier eigentlich nicht betreten dürfte, fährt sie zu Schmitti. Der weist sogar noch darauf hin, dass sie sich mit diesem Treffen beide strafbar machen könnten. Ein Satz, der kurz Hoffnung macht: Jetzt wird’s ernst. Toni fotografiert heimlich das Knopf-Foto aus der Ermittlungsakte. Im Auto vergleicht sie es mit dem Urlaubsfoto ihrer Mutter. Die Knöpfe stimmen überein. Man erwartet einen inneren Konflikt. Emotionen. Zerrissenheit. Eine Figur, die zwischen Familie und Beruf entscheiden muss.

Stattdessen fragt Toni ihre Mutter einfach stumpf, wo sie zur Tatzeit gewesen ist. Nina antwortet mit einem Gesichtsausdruck, bei dem man selbst ohne Polizeiausbildung auf 300 Meter Entfernung sieht: Da stimmt doch etwas nicht. Ihr angebliches Alibi wirkt ungefähr so überzeugend wie der Klassiker: „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen.“ Und was macht Kommissarin Fritsche? Sie ist erleichtert. Keine kritischen Nachfragen. Keine weiteren Ermittlungen. Kein Zweifel. Das belastende Foto bekommt Nina sogar wieder zurück. Danke, Mama. Entschuldigung. Bis später.

Damit verpufft die vielleicht spannendste Wendung der gesamten Geschichte innerhalb weniger Minuten. Wofür also der heimliche Besuch auf dem Revier, das illegale Fotografieren der Ermittlungsakte und der dramatische Blick im Auto? Offenbar nur, damit die Geschichte zehn Minuten später wieder genau dort ankommt, wo sie vorher schon war.

Keine Geduld mehr

Den treuen Fans der Soap wird viel zugemutet. Mit Nina als Täterin gab es nach der großen Doppelfolge mehr Fragen als Antworten. Besonders das Tatmotiv und die Geschichte um Tonis wahre Herkunft sorgen für Diskussionen. Toni ist nicht Ninas leibliche Tochter? Viele Fans sehen Widersprüche zu früheren Folgen – rund um einen DNA-Test aus dem vergangenen Jahr. Die Verwirrung war so groß, dass RTL sich sogar öffentlich zu Wort meldete. Der Sender versprach, dass sich „jedes noch so kleine Puzzleteil am Ende zusammensetzen“ und der Fall „lückenlos und logisch aufgeklärt“ werde.

Aber wann? Man kann einen Kaugummi ziemlich lange kauen. Irgendwann verliert er aber seinen Geschmack. Auch in unserem „GZSZ“-WhatsApp-Kanal fiel das Ergebnis einer Umfrage eindeutig aus. Über 1.000 Fans sind hier der Meinung, dass die Geschichte endlich ein Ende finden sollten. Dagegen stehen nur knapp 100 Gegenstimmen.

„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ läuft montags bis freitags um 19.40 Uhr bei RTL und vorab bei RTL+.

Leave a Comment