Fast 15 Jahre stand die Kanne unbeachtet im Hausflur. Bei „Bares für Rares“ kommt sie dann ganz groß raus
Diese Rendite dürfte selbst Horst Lichter beeindruckt haben. Bei „Bares für Rares“ bringt eine Verkäuferin aus Oberfranken eine unscheinbare Keramikkanne mit, die ihre Mutter einst für höchstens fünf Euro auf dem Flohmarkt gekauft hatte. Am Ende wechselt das Stück für das 260-Fache den Besitzer.
„Bares für Rares“: Kanne stand 15 Jahre lang im Hausflur
Die Verkäuferin aus Marktredwitz bringt die Keramikkanne mit auf den Händlerhof. Ihre Mutter hatte das Stück vor rund 15 Jahren auf einem Flohmarkt entdeckt und für maximal fünf Euro mitgenommen. Seitdem hatte die Kanne einen unspektakulären Platz im Hausflur gefunden. Genau dort schlummerte der eigentliche Wert unentdeckt vor sich hin.

Expertin und Team ordnen die Kanne in der Sendung als dekorative Schenkkanne des Künstlers Jean Lurçat ein – einem Zeitgenossen von Pablo Picasso. Datiert wird das Stück auf 1955, gefertigt in der berühmten Werkstatt Sant Vicens in der Provence. Die eingeprägte Nummerierung „14/150″ belegt die limitierte Auflage von nur 150 Exemplaren. Aus dem vermeintlichen Flohmarkt-Ramsch wird so ein kleines Sammlerstück.
Bietgefecht bei Horst Lichter treibt den Preis in die Höhe
Farbig glasiert in Blau, Gelb und Weiß, mit kosmisch anmutenden Motiven – die Kanne fällt sofort ins Auge. Kleine Nachglasuren im Inneren werden vom Experten zwar erwähnt, jedoch nicht als klassischer Schaden gewertet. Der Wunschpreis der Verkäuferseite liegt bei 500 Euro. Die Expertise setzt den Wert allerdings bei 1.400 bis 1.800 Euro an – und macht damit klar, dass hier deutlich mehr drin ist.
Im Händlerraum startet das Bieten zunächst zurückhaltend bei 80 Euro, klettert dann aber rasch. Nach Bekanntgabe der Expertise ziehen die Händler noch einmal nach, bis schließlich 1.300 Euro auf dem Tisch liegen. Die Verkäuferin schlägt zufrieden ein – und macht das Geschäft ihres Lebens. Aus einer Fünf-Euro-Anschaffung wird ein Verkauf, der den ursprünglichen Wunschpreis fast verdreifacht und den Flohmarkt-Einsatz sogar um das 260-Fache übertrifft.
Auch dieses Erbstück brachte bei „Bares für Rares“ mehr Geld als erwartet
Dass unscheinbare Fundstücke bei „Bares für Rares“ plötzlich für Jubel-Momente sorgen, ist längst kein Einzelfall. Erst vor wenigen Tagen brachten die Schwestern Sylke und Tina ein Compotier aus einer Haushaltsauflösung mit in die Sendung von Horst Lichter. Ihr Wunschpreis lag bei überschaubaren 500 Euro. Expertin Wendela Horz taxierte das Silberstück aus Wien allerdings deutlich höher – auf 1.300 bis 1.500 Euro.
Im Händlerraum entwickelte sich daraufhin ein spannendes Bieterduell. Mehrere Händler wollten sich das seltene Stück aus der Zeit um 1900 sichern, am Ende setzte sich Susanne Steiger mit 1.440 Euro durch. Für die Verkäuferinnen bedeutete das fast den dreifachen Wunschpreis – und wieder einmal den Beweis, dass ein Blick auf den alten Schrank oder in eine Haushaltsauflösung sich richtig lohnen kann.
