Ein Zahnarzt bringt eine kleine Cartier-Uhr zu „Bares für Rares“. Warum sich der spontane Antikmarkt-Kauf am Ende auszahlt.
Ein Luxusstück mit Geschichte sorgt bei „Bares für Rares“ für einen spannenden Bieterwettstreit. Zwei langjährige Freunde aus Baden-Württemberg bringen eine kleine Reiseschreibtischuhr der Nobelmarke Cartier zu Horst Lichter. Am Ende zahlt sich der spontane Kauf von einst gleich doppelt aus.
„Bares für Rares“: Kleine Cartier-Uhr mit großer Vergangenheit
Einer der beiden Verkäufer, ein Zahnarzt aus Bad Rappenau, hatte die Uhr vor Jahren auf einem Antikmarkt am Bodensee entdeckt. Weil ihn das Stück „außergewöhnlich“ faszinierte, ließ er sich damals nicht lange bitten und legte spontan 2.000 Euro auf den Tisch. Ob sich diese Investition wirklich gelohnt hat, soll nun Horst Lichter, der zuletzt deutlich über sein Leben gesprochen hat, mit seinem Team klären.

Foto: Screenshot ZDF
Expertin Elisabeth Nüdling ordnet das Stück schnell ein. Bei der Uhr handelt es sich um eine kleine Reiseschreibtischuhr, die für die wohlhabende Oberschicht kurz nach 1900 gefertigt wurde. „Solche Uhren reisten damals in luxuriösen Koffersets mit, damit man auch unterwegs stilvoll arbeiten und seine Korrespondenz erledigen konnte“, erklärt Nüdling. Das Gehäuse besteht aus vergoldetem Sterlingsilber, ist vollständig guillochiert und mit blauer Emaille überzogen. Passend dazu sitzt die Uhr in einem mit echtem Leder bezogenen Köfferchen – der Aufzugsschlüssel versteckt sich in einem Rückfach. Datiert wird das Prunkstück auf etwa 1905, spätestens jedoch die 1910er-Jahre.
„Bares für Rares“-Uhr bringt doppelten Einsatz
Der Wunschpreis der beiden Verkäufer lag bei 6.000 Euro. Die Expertise ordnete den Wert allerdings etwas niedriger ein. Da aktuell vor allem Armbanduhren gefragt seien, sei der Käuferkreis für solche Reiseuhren kleiner geworden – „auch wenn es sich um ein wirklich seltenes Stück mit sehr namhaftem Namen handelt“, so Nüdling. Ihre Schätzung: 3.000 bis 4.000 Euro.
Im Händlerraum sorgte die Cartier-Uhr dann jedoch für genau den erhofften Wettstreit. Bereits das Einstiegsgebot lag bei 1.000 Euro. Nach und nach kletterten die Gebote, bis die Uhr schließlich für 4.100 Euro verkauft wurde. Für den Zahnarzt bedeutet das nicht nur einen soliden Gewinn – er hat seinen ursprünglichen Einsatz von 2.000 Euro damit sogar mehr als verdoppelt.
Auch dieses Erbstück brachte bei „Bares für Rares“ ordentlich Geld
Dass Wunschpreise bei „Bares für Rares“ nicht immer gehalten werden müssen, um am Ende zufrieden aus dem Studio zu gehen, bewiesen zuletzt auch Vater und Tochter Ralf und Marlene aus Norddeutschland. Die beiden brachten einen Silberpokal mit adeliger Vergangenheit zu Horst Lichter. Eigentlich hatten die beiden das Stück einst zum Trinken gekauft – doch für den Alltag erwies sich der Pokal als viel zu groß.
Umso spannender waren die Details aus der Expertise: Der Pokal aus 800er-Silber trägt eine Widmung aus dem Jahr 1902 sowie ein Allianzwappen einer preußischen Adelsfamilie. Im Händlerraum kletterte der Preis rasant, am Ende sicherte sich Wolfgang Pauritsch das Stück für 1.350 Euro. Damit übertraf der Pokal nicht nur den reinen Silberwert deutlich, sondern lag auch klar über der Expertise.
