Zwei Hessen verkaufen gigantische Levi‘s 501 Jeans bei „Bares für Rares“

Eine gigantische Levi‘s 501 sorgt bei „Bares für Rares“ im ZDF für Aufsehen. Ein Händler will sie unbedingt kaufen. Was hinter der Geschichte der XXL-Jeans steckt.

Köln – In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter vom 6. Juli bringen Thomas und Erwin Rau aus Gießen in Hessen eine riesige und jahrzehntealte, fast ungetragene 501-Jeans von Levi Strauss & Co. zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.

Hessen verkaufen riesige Levi‘s 501 Jeans bei Bares für Rares

Jüngst hatte indes eine ganz besondere und seltene ABBA-Autogrammkarte bei „Bares für Rares“ für Aufsehen gesorgt. „Die Seltenheit besteht darin, dass alle vier Bandmitglieder auf einer Karte unterschrieben haben“, erklärte Experte Sven Deutschmanek. Ein Händler überwand durch den Kauf der Karte nach eigenen Worten ein Kindheitstrauma.

„Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel erzählt Thomas und Erwin Rau von der Geschichte der XXL-Jeans.
„Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel erzählt Thomas und Erwin Rau von der Geschichte der XXL-Jeans. © ZDF

Doch zurück zu der Jeans in Übergröße: Levi Strauss & Co. schuf einige gigantische Objekte, beispielsweise für Filmrequisiten und Marketingaktionen, beginnt Detlev Kümmel seine Expertise. Zu den überdimensionalen Objekten gehören ein fast zwei Meter großer Jeansknopf, eine Jeans für eine 15 Meter große Cowboy-Statue und ein riesiger Heißluftballon in Jeanshosen-Form.

Und eben auch diese riesige Jeans, die eine Taillenweite von 76 Zoll hat. Das entspricht fast 1,94 Meter. Die Länge von 45 Zoll entspricht einer Beininnenlänge von 1,14 Metern. Und zu der XXL-Jeans kam es so: 1959 kam die Westernkomödie „Alias Jesse James“ heraus. Die Schauspieler Bob Hope und Rhonda Fleming sprangen darin jeweils in eine Seite der Hose hinein.

Das machte auch der in Gießen lebende Verkäufer der Hose, Thomas Rau, so. Nach dem Kauf der XXL-Jeans auf einem Flohmarkt stieg er zusammen für einen Foto-Gag mit seiner damals elf Jahre alten Tochter in die Jeans. Nun möchte er aber die legendäre Jeans verkaufen, die auf Levi Strauss (1829-1902) zurückgeht.,

Levi Strauss, geboren als Löb Strauß in Buttenheim bei Bamberg, wanderte in die USA aus und gilt zusammen mit Jacob Davis als Erfinder der Jeans. Nach dem Goldfund in Kalifornien 1848 zog Strauss 1853 nach San Francisco und betrieb dort einen Handel mit Alltagswaren, darunter Textilien.

 

 

Der aus Riga stammende Schneider Jacob Davis hatte 1870 die Idee, Arbeitshosen mit Nieten zu verstärken. Da ihm das Geld für die Patentierung seines Verfahrens fehlte, wandte er sich an Levi Strauss, der ihm Tuchballen lieferte. Gemeinsam erhielten sie 1873 das Patent.

Die vernieteten Waist Overalls wurden äußerst populär. 1890 erhielt eine Serie der Arbeitshosen die Partienummer „501“, und das Modell Levi’s 501 ist bis heute vermutlich die bekannteste Jeans der Welt. Auch die bei „Bares für Rares“ angebotene Jeans wurde maßgetreu gefertigt.

Die riesige Levi‘s 501 Jeans hat eine Taillenweite von 194 Zentimetern.
Die riesige Levi‘s 501 Jeans hat eine Taillenweite von 194 Zentimetern. © ZDF

Im „Bares für Rares“-Händlerraum ist dieses Mal Sarah Schreiber, die kürzlich nach einer längeren Babypause zurückkehrte, nicht dabei, dafür aber unter anderem Elisabeth Nüdling aus Fulda und Liza Kielon, die auch Käufer auf eBay begeistert, – und auch Jos van Katwijk aus Overloon/Niederlande.

Der Händler ist sofort Feuer und Flamme für die Hose. Er berichtet, dass er bereits eine solche „dicke Hose“ von Levi Strauss besitze, zusammen mit einer dazugehörigen Levi-Strauss-Waschmaschine. Für einen Scherz reiste er einmal in den Niederlanden in den Ort Grootebroek (große Hose) und posierte mit der Mega-Jeans vor dem Ortsschild.

Der Händler will die Hose unbedingt kaufen. „Ich weiß, was ich für die Hose bezahlt habe, die ich zu Hause habe“, sagt er und lässt sich auch nicht schocken, als auf einmal Walter „Waldi“ Lehnertz munter mitbietet. Letztlich kauft Jos van Katwijk die riesige Levi-Strauss-Hose, die Läden ursprünglich zwischen 1960 und 1980 mal für Werbezwecke erhalten hatten, für 310 Euro.

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